Teil eines Werkes 
Teil 4 (1914) Britisch-Kaffraria und seine deutschen Siedlungen / von Johannes Spanuth
Seite
69
Einzelbild herunterladen
 

Britisch-Kaffraria und seine deutschen Siedlungen.

69

ausführen oder übernehmen könnten. - Um auf das Wichtigste hinzu­weisen: der Kaffer arbeitet nicht aus irgendwelchen weiterschauenden Gründen (geschweige denn aus dem Gefühl für irgendwie ethische Werte in der Arbeit), sondern nur aus dem Bedürfnis des nächsten Augenblicks, um das im Augenblick nötige Geld zu beschaffen. Wenn er Geld nötig hat, etwa zur Bezahlung von Abgaben, zum Einkauf von Kaffee, Zucker, Mais, Zeug, zum Bezahlen seiner Pacht, zur Be­schaffung von Ochsen für den Frauenkauf, dann gehen soviel Glieder der Familie aus Arbeit beim Farmer, in der Stadt, in den Minen, wie nötig sind, um das nötige Geld zu beschaffen. So lange der Kaffer noch nicht arbeitet wie der Deutsche, hat dieser wirtschaftlich nichts von ihm zu befürchten.

Aus dem Gesagten geht hervor, daß der Weiße Siedler die Schwarzen direkt und indirekt zu seinem Vorteil ausnutzt. Direkt als seine Arbeitskräfte, indirekt im geschäftlichen Handelsverkehr aller Art. Man benutzt jede sich bietende Gelegenheit, mit dem Eingeborenen zu handeln, ihm Mais, Bohnen, Kafferkorn, Ziegen, Ochsen zu ver­kaufen, und Häute, Schweine, Hühner, Ochsen als Zwischenhändler von ihm zu erstehen. Auf solche Weise kommt auch das Geld, das der Kaffer außerhalb Kaffrarias verdient, dem Weißen im Heimatdistrikte zugute. Der Kaufmann oder der Farmer bekommen es für Waren, für Vieh, für Pacht. Und wenn der Weiße in Kaffraria sein Urteil über die Zahl der Eingeborenen abgeben soll, dann wird er im allgemeinen nicht das Gefühl haben, von einer Überzahl erdrückt zu werden. Nein, es müssen viel Eingeborene da sein, damit er an ihnen verdienen kann und damit von dem Prozentsatz der Arbeitswilligen unter ihnen der Anteil auch für ihn abfalle, den er haben muß, damit seine Wirtschaft ungehemmten Fortschritt nehmen kann.

Abschließende Erwägungen.

Es läßt sich nicht leugnen, daß die Ansiedlung von Deutschen in Kaffraria ein Erfolg gewesen ist. Nach beiden Seiten: sowohl für die auswandernden Familien, von denen eine Menge das Ziel erreicht haben, in eine sozial höhere Schicht, aus dem ländlichen Arbeiterstand in den Bauernstand, einzurücken, als auch für das Land, denn die Gegend des alten Kaffraria gehört zu den höchstkultivierten Distrikten Südafrikas. Theal, der Historiograph Südafrikas, urteilt:Keine