Teil eines Werkes 
Teil 4 (1914) Britisch-Kaffraria und seine deutschen Siedlungen / von Johannes Spanuth
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Johannes Spanuth.

Südliche Wande­rungen der

Kafsern.

Erschließung vorangeht, wichtig ist, sondern auch, weil ich damit rechne, daß manch einer an der Geschichte des Landes selbst Interesse hat, etwa Deutsche, die draußen ihre neue Heimat gefunden haben, odex auch diejenigen, die beruflich unter den Deutschen in Südafrika als Kaufleute, Lehrer, Pastoren^ zu arbeiten haben. Sieht das Auge dort auch nicht, wie hier überall, die Spuren einer großen Geschichte, so bietet doch jedes Städtchen, jedes Dorf, jeder Siedlungsbezirk, jede Kirche einen Ausgangspunkt für die geschichtliche Frage nach Zeit und Veranlassung der Entstehung. Jedenfalls war diese immer wieder ge­stellte Frage für mich der Weg zum liebevollen Verständnis der deutschen Siedlungen in Britisch-Kaffraria und damit die Veranlassung zu den nachfolgenden Ausführungen. Vorarbeiten, soweit sie die Geschichte Kaffrarias" betreffen, hatte ich vor einigen Jahren im Südafrikanischen Gemeindeblatt Nr. 282296 (jetzt:Volksbote"), Stoffsammlungen für die Geschichte der deutschen Siedlungen in einer Festschrift zum 50jährigen Siedlungsjubiläum veröffentlicht (Exem­plare bei Feesche, Hannover). Trotz der verhältnismäßig nahen Ver­gangenheit galt es manche Schwierigkeiten zu überwinden, da nur bei den größeren geschichtlichen Zusammenhängen eine Anlehnung an Ge- schichtswerke möglich war, im übrigen aber gelegentliche Berichte und mündliche Traditionen zu verwerten, anzuregen und zu sichten waren. Ich hoffe, ein einigermaßen richtiges Bild zu zeichnen.

1. Vorgeschichte Kaffrarias bis zur ersten Eroberung.

Kaum eine andere Provinz des südafrikanischen Reiches hat den Engländern so viel Blut und Geld gekostet, als Kaffraria. Hier, zwischen Fischfluß und Kei, trafen sich zwei große Völkerbewegungen: die von Südwesten immer weiter vordringenden Weißen begegneten hier den von Nordosten sich vorschiebenden Kafferstämmen.

Ehedem war jene Gegend von Hottentotten und Buschmännern bewohnt. Einzelne Kafferstämme waren schon in früherer Zeit über den Kei vorgedrungen; etwa 1650 der Stamm der Amatinde^, um 1720 die Jmidange; auch die Qonukwebe scheinen ein früh eingewan-

* Die Hannoversche Landeskirche versorgt die meisten der deutschen Gemeinden in Südasrika mit Pastoren. Verfasser war acht Jahre lang, von 19031911 Pastor an den deutschen Gemeinden Berlin, Potsdam und Macleantown.

2 Ama ist Pluralpräfix