Teil eines Werkes 
Teil 4 (1914) Britisch-Kaffraria und seine deutschen Siedlungen / von Johannes Spanuth
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Johannes Spannth.

lag nahe, daß spätere Niederlassungen von Beamten, Soldaten oder Siedlern oft sich an Missionsstationen anlehnten, ähnlich wie bei manchen unserer deutschen Städtegründungen in früheren Jahr­hunderten. Die Berichte der Missionare sind von Interesse sür die Landesgeographie jener Tage. Sie kamen in ein noch ganz unbebautes Land, in dem noch Springbock, Hartebeast und Quagga zu Hause waren. Der Büffel fand noch seine Weide, und in den größeren Flüssen fanden sich noch Nilpferde. Durch das Dickicht des Fischflusses drang man auf Pfaden, die Elefanten ausgetreten hatten. Das letzte Flußpferd wurde während des Krieges 18511853 an der Buffalomündung ge­schossen. Ein Missionsbericht vom Jahre 1859 erzählt noch von Büffel­jagden, und etwa im gleichen Jahre soll der letzte Löwe in jener Gegend geschossen sein.

2. Die Eroberung. ProvinzHneen ' und

VI. Kaffer- krieg 1835.

Der große Kasferkrieg von 1835 brachte die erstmalige Eroberung des Landes zwischen Keiskama und Kei.

Die Feindseligkeiten an der Grenze hatten seit 1819 nie ganz auf­gehört. Wir hörten schon, wie die Kaffern immerfort südlich in das abgetretene Gebiet wieder einzudringen versuchten; ihr Zurückdrängen führte zu manchem Scharmützel. Natürlich dauerte auch das Viehstehlen fort, und das war auch Anlaß, daß die Waffen nicht rosteten.

Die Politik der Regierung in der Behandlung der Kaffern war schwankend. Zwei Richtungen standen sich scharf gegenüber. Die Grenz- farmer verlangten unerbittliche Strenge, und die Landesregierung stellte sich, wenn schon manchmal mit Zögern, auch auf diesen real­politischen Standpunkt. Eine andere Richtung wurde besonders durch den Superintendenten der Londoner Missionen, Dr. Philipp, vertreten, der mit Einsetzung seiner Person in Schrift und Wort für die Menschen­rechte und die Freiheit der Eingeborenen eintrat. Indem diese Partei für die, wie sie meinten, gereizten und bedrängten Kaffern eintrat, wußte sie das Ohr der Heimat und der heimischen Regierung zu ge­winnen, so daß die von England diktierte Politik der inländischen oft entgegenarbeitete.

Wir erwähnten z. B. die Ausgabe von Militärfarmen links vom Fischfluß; die heimische Regierung verbot daraufhin ein für allemal,