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„Britisch-Kaffraria."
„Britisch-Kaffraria" bildete von seiner endgültigen Eroberung im Jahre 1848 bis zur Einverleibung in die größere Kapkolonie im Jahre 1865 ein selbständiges Glied im britischen Kolonialreiche. Seitdem gibt die Rücksicht auf das geschäftliche Werden, auf geographische Lage und auf nachgebliebene Eigenart eine gewisse Berechtigung, diesen Namen weiter zu gebrauchen. Es handelt sich um das Hinterland der Hafenstadt East London. Wenn man von der Küste landeinwärts fährt, haftet bald der Blick von jeder Erhebung des hügeligen Küstenlandes aus auf dem Amatvle- (d. i. Kälber-) Gebirge, das wie eine Mauer die Distrikte landeinwärts abgrenzt, und dessen Ausläufer, wie der schwarzbewaldete Piriebusch hinter King Williams Town, sich weit zum Gestade recken. Die tief eingerissenen Flußtäler des Kei und des Fischflusses bilden im Nordosten und im Südwesten starke natürliche Grenzen, ehemals noch trennender, als noch keine gebahnten Wege die steilen Berge herabführten und einen gangbaren Durchlaß durch das urwaldähnliche Gebüsch an den Flußlüufen boten. Mit dem Zusatznamen „Britisch"- Kaffraria sollte seinerzeit dieser Teil von dem damals noch freibleibenden Kafferlande, Oakkraria proper, unterschieden werden. Diese Unterscheidung besteht auch heute trotz Aufhebung der politischen Grenzen sachlich noch zu Recht. Das Gebiet vom Kei bis nach Natal ist „eigentliches" Kafferland geblieben, Reservat für verschiedene Kaffee stämme (Pvndo, Griqua); diese „Eingeborenen-Territorien" sind bis heute der Weißen Besiedlung verschlossen und die Eigenart von „Britisch"-Kaffraria ist eben die Mischung von Eingeborenen und Weißen Siedlern. Die Geschichte dieser Besiedlung weckt unser Interesse als der größten deutschen Siedlung Afrikas. Es sei gestattet, im Rahmen unserer Ausführungen auch auf die Geschichte des Landes selbst zurückzugreifen. Nicht nur, weil die Geschichte der deutschen Siedlung immer wieder von selbst in den größeren Rahmen der Landesgeschichte hineinweist; nicht nur, weil für den, der solche deutsche Siedlungen in anderen Ländern etwa mit unseren Kolonien vergleicht, auch ein Gegenüberstellen der Ervberungsperiode, die der wirtschaftlichen
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