i8o
Neuntes Kapitel.
Die Kolonisation kleinerer Staaten.
Zwei Höhepunkte hat die Kolonialgeschichte der Neuzeit. Der eine fällt in die Blütezeit des Merkantilismus, der andere in die Blüte des Imperialismus. In der zweiten Hälfte des XVII. Jahrhunderts sehen wir einen heftigen Wettbewerb in der Kolonisation; in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts ist ein Wettkampf größeren Stiles entstanden, der nicht mehr wie damals zunächst den kolonialen Produkten, sondern unmittelbar kolonialer Herrschaft und kolonialer Machtentfaltung galt. Das Charakteristische für die beiden Epochen der Gärung und Wandelung ist die Teilnahme der politischen Gemeinschaften zweiten Ranges.
Dänemark hat kurz nach der Gründung der holländischen Kompagnie ostindische Handelsgesellschaften gegründet, hat die Antilleninsel St. Thomas in Besitz genommen und sich an der afrikanischen Westküste festgesetzt. Hier wurde es der glücklichere Nachfolger Schwedens, das nicht nur in Nordamerika, wie wir sahen, sondern auch hier, auf dem Gebiete seine Versuche machte, das neben den beiden Indien am meisten Anziehungskraft besaß. 1645 wurde eine schwedische afrikanische Handelskompagnie gegründet, als deren Bevollmächtigter ein Rostocker an die Goldküste kam. Die Dänen erschienen aber bald, eroberten die schwedischen Forts, mußten zwar den größeren Teil den Holländern überlassen, ergänzten jedoch das Behauptete durch Neu-