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Kolonialgeschichte der Neuzeit : ein Abriss / von Veit Valentin
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Neuntes Kapitel.

Die Kolonisation kleinerer Staaten.

Zwei Höhepunkte hat die Kolonialgeschichte der Neu­zeit. Der eine fällt in die Blütezeit des Merkantilismus, der andere in die Blüte des Imperialismus. In der zwei­ten Hälfte des XVII. Jahrhunderts sehen wir einen hef­tigen Wettbewerb in der Kolonisation; in der zweiten Hälfte des XIX. Jahrhunderts ist ein Wettkampf größeren Stiles entstanden, der nicht mehr wie damals zunächst den kolonialen Produkten, sondern unmittelbar kolonialer Herrschaft und kolonialer Machtentfaltung galt. Das Charakteristische für die beiden Epochen der Gärung und Wandelung ist die Teilnahme der politischen Gemein­schaften zweiten Ranges.

Dänemark hat kurz nach der Gründung der holländi­schen Kompagnie ostindische Handelsgesellschaften ge­gründet, hat die Antilleninsel St. Thomas in Besitz ge­nommen und sich an der afrikanischen Westküste fest­gesetzt. Hier wurde es der glücklichere Nachfolger Schwe­dens, das nicht nur in Nordamerika, wie wir sahen, sondern auch hier, auf dem Gebiete seine Versuche machte, das neben den beiden Indien am meisten An­ziehungskraft besaß. 1645 wurde eine schwedische afri­kanische Handelskompagnie gegründet, als deren Bevoll­mächtigter ein Rostocker an die Goldküste kam. Die Dänen erschienen aber bald, eroberten die schwedischen Forts, mußten zwar den größeren Teil den Holländern überlassen, ergänzten jedoch das Behauptete durch Neu-