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Kolonialgeschichte der Neuzeit : ein Abriss / von Veit Valentin
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Erstes Kapitel.

Die Epochen der modernen Kolonial­geschichte.

Kolonisation ist im letzten und höchsten Sinne der Machtausdruck des reifgewordenen modernen Staates. Sie beginnt, geschichtlich betrachtet, mit dem Abenteuer und der Entdeckung Einzelner und sie wächst an zur wirtschaftlichen Unternehmung, zur seemännischen Ent­faltung, zur wirtschaftlichen und geistigen Expansion mit militärischen Machtmitteln. Die Kolonisation kann somit angesehen werden als letzter Gradmesser nationaler Kraft und nationalen Selbstbewußtseins. Jede der europäischen Großmächte hat Kolonisation versucht; für jede lag auf diesem Gebiete die strengste Prüfung ihrer sittlichen und wirtschaftlichen Kräfte. Die Abwandlung der neu­zeitlichen Geschichte, die Kämpfe um politische Geltung und Hegemonie in Europa sind ohne die Kenntnis des kolonialen Wettbewerbes nicht zu verstehen.

Wir unterscheiden eine Anzahl Epochen der neueren Kolonialgeschichte und gewinnen uns so eine Vorstel­lung von dem Stoff und seinen Problemen. Rein chro­nologisch die Ereignisse der Kolonialgeschichte zu ver­folgen, wäre ein verwickeltes und verwirrendes Unter­fangen. Denn die Bedeutung der kolonisatorischen Leistungen, die besonderen Gründe der Versuche und des Scheiterns der einzelnen nationalen Unternehmungen lassen sich nur aus dem besonderen Zusammenhang der nationalen Schicksale erkennen. Es wird sich also

V alentin, Kolonialgeschichte.

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