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Ost-Afrika im Aufstieg / von Prosper Müllendorff
Entstehung
Seite
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im Tiefland und die von Nairobi, haben sich wegen ihrer Lage nicht bewährt: sie werden aufgegeben und in denselben Landstrichen an geeignete Stellen verlegt, wobei der Amfang der von Nairobi, die weiter westlich an die Bahn kommt, auf 400 ba gebracht wird; außerdem werden zwei neue Farmen in der Aassin-Gischu-Landschaft angelegt. Die beste Einrichtung bei der landwirtschaftlichen Ver­waltung ist, daß ihre leitenden Beamten fortlaufend Dienstreisen unternehmen, um den Stand der Pflanzungen und Farmen zu beurteilen und den Kolonisten Ratschläge zu erteilen. Durch solche Visitationen, um einen Ausdruck aus dem kirchlichen Leben zu ge­brauchen, tritt eine koloniale Regierung den Weißen, und gegebenen­falls auch den Eingeborenen, näher als durch die politische Betäti- gung, die, auf sich allein gestellt, nur als ein notwendiges Übel empfunden würde.

Dieter Abschnitt.

Vom Hochland zum Viktoria Nyansa.

Der doppelte Grabenrand. In der Grabensenks. Am Naiwaschasee. Massai. Aus der Maukette. Das Kawirondovolk. Abfall zum See- Eine Gestadefahrt um den See. Mückenschwärme. Der Bezirksort Djinja Die Nilfälle. Die Kolonifierung der Provinz Assoga. Baganda als Beamte. Straßenbauten. Bahnfragen. Krokodil und Telegraph.

Wasserrosen und Papyus.

Lassen wir jetzt die volkswirtschaftlichen Sorgen und geben wir uns dem Zauber der afrikanischen Hochländer auf der Fahrt von Nairobi nach der Kawirondobucht am Viktoria Nyansa hin. Auf dieser zweiten Hälfte der Agandabahn geht es die Steigungen im Postkutschentempo hinan. Sonst ist es Art der Eisenbahn, rücksichts­los das Landschaftsbild zu durchschneiden oder zu umgehen, und der Fahrgast mag sich freuen, wenn ihm hie und da ein hastiger Aus­blick gegönnt ist. Bei Gebirgsbahnen hingegen schmiegt sich der Bahnkörper ängstlich dem gebieterischen Gelände an, der Genuß des Sehens, nur hie und da durch einen Tunnel oder einen Einschnitt unterbrochen die Vorbereitung auf eine neue Überraschung hört nicht auf, und das Auge braucht dem Geist keine Buchnahrung zu­zuführen. And auf der Fahrt, die wir jetzt antreten, gibt es auch nur einen kurzen Tunnel. Eine Windung von einigen Kilometern