Geleitwort.
Die Reise, deren Ergebnisse in den folgenden Blättern dargelegt sind, wurde, wie auch meine früheren in Westafrika (1898/99) und Südwestafrika (1903/04) im Auftrage der Kölnischen Zeitung unternommen. Anlaß dazu war eine Anregung des Studiendirektors der Kölner Handelshochschule, Pros. Dr. Chr. Eckert, zur Teilnahme an einer Studienreise von Professoren und Studenten, die im Sommer 1908 angetreten wurde. Da diese Reisegesellschaft für die Dauer der Fahrt auf die akademischen Ferien beschränkt war, beschloß ich im Einvernehmen mit dem Verlag der Zeitung, länger zu verweilen, um noch einige andere Gebiete als die in dem gemeinsamen Reiseprogramm vorgesehenen zu besuchen.
Am 6. August dampften wir auf dem Markgraf von der Deutschen Ostafrikalinie von Neapel als geschlossene Bordgesellschaft ab. Nach der Landung in Mombassa traten wir die zweitägige Bahnfahrt nach dem Viktoria Nyansa an; in Port Florence schifften wir uns auf dem Dampfer Element Lill zu einer zehntägigen Rundfahrt um den See ein. Auf der Rückfahrt nach der Küste verweilten wir einige Tage in Nairobi. Dann fuhren wir auf dem Negierungs- dampfer „Kaiser Wilhelm II." von Mombassa nach Tanga, dessen nähere Amgebung ich besichtigte, während die Reisegesellschaft Amani besuchte, wo ich später Hinreisen sollte. Auf demselben Dampfer setzten wir nach Sansibar und nach zwei Tagen von dort nach Daressalüm über. Lier trennte ich mich von den Reisegefährten, die noch die Zentralbahn bis Morogoro befuhren und dann auf dem Markgraf die Leimreise antraten.
Den Verlauf und die Wirkungen der sehr ergiebigen Studienreise der Handelshochschule haben die Professoren an verschiedenen Stellen geschildert. Ich verweise dafür auf die Berichte Pros. Kurt Wiedenfelds in der Deutschen Kolonialzeitung hin, die mit einer vortrefflichen Abhandlung über die weltwirtschaftliche Bedeutung des Sueskanals beginnen. Daher kann ich mir die Eindrücke von der Ausreise erlassen, doch nicht ohne der Deutschen Ostafrikalinie, auf deren Prinzregent ich heimfuhr, für manches liebenswürdige Entgegenkommen hier zu danken mit dem Bemerken, daß ihre oft geschilderten Einrichtungen von deutschen wie von fremden Reisenden bestens gewürdigt werden.