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Ost-Afrika im Aufstieg / von Prosper Müllendorff
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aufhört und auf die Kaffeepflanzungen und das Sägewerk und die Kaffeebereitungsanlagen ein breites Wiesental folgt. Es ist, als ob man nach stundenlanger Wanderung in den Wäldern von Manderscheid endlich in den Kaisergarten und das Salmtal gelangte.

Es wird sich im wettern noch Gelegenheit finden, auf die Leistungen und Bestrebungen Amanis hinzuweisen. Wer sie genau verfolgen will, wird sich in dem ausführlichen amtlichen Jahresbericht über die Entwicklung Ostafrikas im Jahre 1907/08 sowie in der vom Institut herausgegebenen ZeitschriftDer Pflanzer" ausgiebig unter­richten können.

Zweiter Abschnitt.

Kautschuk.

Die Arten. Statistisches. Aufbereitung. Die Frage der Einheitsinarke.

Die Kultur von Kautschukpflanzen in Ostafrika ist erst seit einigen Jahren von unsern Pflanzern aufgenommen worden. Fast ausschließ­lich wird Ceara (iVlanikot Olaxovii) angebaut, unterdes auf den Ver­suchsfeldern des Biologisch-Landwirtschaftlichen Instituts in Amani die bekanntesten und einträglichsten afrikanischen und amerikanischen Kautschukpflanzen in mehr oder weniger großen Mengen unter Be­obachtung stehen. Für die Anpflanzung von Manihot spricht, daß die Kultur leicht ist und der Baum schon nach drei Jahren angezapft werden kann und in weniger regenreichen Lagen, mit denen man in Ostafrika hauptsächlich rechnen muß, besser fortkommt als die wert­vollere Hevea 6ra8>Iien8>8, die den erstklassigen Parakautschuk abgibt. Ein Nachteil beim Manihot ist, daß beim Anzapfen der Saft nicht so reichlich fließt wie bei Levea, weshalb man ihn nicht an einem einzigen Einschnitt unten am Baume zur spätern Gerinnung auf­fangen kann, daß vielmehr der Stamm von oben bis unten ange­stochen werden muß und der Arbeiter den in schmalen Fäden aus- fließenden Saft, sobald er zu gerinnen anfängt, am Stamme zu einem Knäuel aufwickelt; dabei muß die Gerinnung stattfinden, weshalb die Rinde vor dem Anstechen mit einer Säure, die ein Bindemittel bildet, bestrichen wird. Das Verfahren hat den Nach­teil, daß leicht Erde oder Rindenteilchen beigemischt werden, die