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Ost-Afrika im Aufstieg / von Prosper Müllendorff
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Rufidji die Doa-Pflanzung. Es ist auch hervorzuheben, daß nach einer Aufstellung von Moritz Schanz der Aufwand für den An­bau eines Lektars im Nufidji-Tal nur auf 98 Mk. geschätzt wird, gegen 185,25 Mk. in Britisch-Ostafrika, 347,50 Mk. in den Ver­einigten Staaten und 483,70 Mk. in Ägypten. Wo künstliche Be­wässerung aber nötig wird, wird sie nicht unterbleiben. Ein Unter­nehmer, der in Kilossa für 100000 Mk. eine Fläche für Baumwolle urbar gemacht, hatte gleich 1908 einen Ernteertrag von 70000Mk. Wohl werden noch Jahre vergehen, bis unsere kolonialen Produzenten einen ausschlaggebenden Beitrag zum heimischen Verbrauch zu liefern vermögen. Immerhin zeigt sich, dank der Förderung der Verkehrs­mittel, eine Entwicklung an, die ungemein rascher ist als die der Baumwollkultur in den Vereinigten Staaten vor hundert Jahren, und das Kolonialwirtschaftliche Komitee, dem die ganze deutsche, um nicht zu sagen internationale Baumwollbewegung zu verdanken ist, hat sich durch seine rastlosen Arbeiten und Anregungen ein hohes Verdienst erworben.

Vierter Abschnitt.

Aus Llsambara.

Der Kaffee. Mißerfolge der Pionierzeit. Der Einfluß Amanis. Über­gang zu anderen Kulturen. Ein Besuch in Derema. Die Arbeiterfrage. Werbung, Löhne und Ernährung. Westusambara. Von Mombo nach Wilhelmstal. Trägheit der Eingeborenen. Die Arbeitskarten. Entwal­dung. Das Gut Zrente. Ein ehemaliges Kloster. Gedeihliche Wirt­schaft. Pfirsiche für die Schweine. Tabakbau. Die frühere Domäne Kwai. Pferde, Rinder und Schweine. Geräuchertes. Gartenfrüchte.

Ostusambara, das der Küste zunächst gelegene, von dichtem Ur­wald bedeckte Lochland, wurde von den Kapitalisten der ersten Stunde als ein geeignetes Gebiet für den Kaffeebau ausersehen. Und hier wurden nun Erfahrungen gemacht, die aus innern und äußern Ur­sachen recht kostspielig wurden. Der Urwald wurde wahllos gerodet, so zwar, daß auf dem fast immer abschüssigen Gelände das Erdreich durch die starken Regengüsse massenhaft weggeschwemmt wurde. Man hatte überhaupt den Boden nicht genügend untersucht, sondern an­genommen daß, weil hohe Waldbäume dicht nebeneinander standen.