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II. Spezieller Teil.
9. Statistisches.
Aus dem bisherigen Inhalt des vorliegenden Büchleins hat sich im Großen und Ganzen das Resultat ergeben, daß unsere Kolonien, z. T. wie Kamerun und Neu-Guiuea, zu den fruchtbarsten Gebieten der Erde gehören und daß diese Länder einst in der Lage sein werden, sämtliche Produkte der heißen Zone hervorzubringen, soviel nur auf ihrem Areal Platz finden.
Die geradezu unglaubliche Produktionsfähigkeit Ncu- Gnineas wurde dem Verfasser erst kürzlich wieder von einem gerade dorther zurückgekehrten Forscher bestätigt. Nur Malaria und Arbeiterschwierigkeiteu stehen heute der Kultur dort noch im Wege.
Weniger verschwenderisch von der Natur ausgestattete Gebiete, wie die Stcvpculänder Ost- und Südwestafrikas werden zum mindesten sllr Zwecke der Viehzucht nutzbar zu machen sein und z. T. deutschen Ansiedlern eine neue Heimat bieten können, wo sie zwar kaum nach deutscher Art selbst hinterm Pfluge schreitend das Land werden bestellen können, aber doch, wenu auch unter fremden Knlturarten, Lebensunterhalt und Wohlstand sich und den Ihren erwerben werden.
Aber alles dies liegt noch im Zukunftsschoße, und man könnte es als utopische Träumereieu bezeichnen, wenu wir nicht an der Statistik der Kolonien sähen, daß diese schon jetzt einen ganz bedeutenden Aufschwung genommen haben, im Vergleich zu früheren Jahren, obwohl wir ja alle wissen, was für Schwierigkeiten zu überwinden waren und noch sind. Wenn man nun annimmt, daß die bisherige Entwicklung gleichmäßig anhält, so wird man wahrscheinlich eher zu s, pessimistisch als zu optimistisch urteilen. Wir haben durch viele Fehler langsam, aber doch anscheinend nicht erfolglos Erfahrungen gesammelt, die uns in der Znkunft nützen werden,