2. Kamerun.
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schriebe» werden, ist die Bahn zum großen Teil schon dem Verkehr übergeben, nachdem vor Jahresfrist die erste Teilstrecke eröffnet wurde. Möge damit eine Periode des Aufschwungs und des Glücks für diejenige unserer Kolonien eingeleitet seiu, die dem Reich bislang die wenigsten Sorgen gemacht hat!
2. Kamerun.
Nachdem vr. Nachtigal im Juli 1884 die Annexion Togos erfolgreich durchgeführt hatte, wandte er sich nach Osten, um im innersten Winkel des Busens von Guinea, in der Biafra-Bucht, wo auch schon seit längerer Zeit wichtige deutsche Handelsniederlassungen, darunter nameutlich die der Firma Woermann, bestanden, die deutsche Flagge zu hissen. Das ging am 14. Juli in den Dörfern der Könige: Bell, Akwa und Dido vor sich. Kaum aber hatte sich Dr. Nachtigal auf der „Möwe" wieder eingeschifft, um sich nach Südwest- afrika zu begeben, das er gleichfalls durch Flaggcnhissung unter deutschen Schutz nehmen sollte, soweit dies noch nicht geschehen war, als auch schon englische Agenten auf dem Plan erschienen, die unter der Negcrbcvölkerung einen Aufstand erregten, in dem der deutschfreundliche König Bell verjagt wurde. Freilich muß zugestanden werden, daß seitens der Eingeborenen der Kamerunküste bereits ca. 2 Jahre früher mit England Verhandlungen angeknüpft waren, welche die Engländer jedoch zu ihrem Schaden so lange verschleppt hatten, bis die Afrikaner sich an Deutschland wandten.
Ein glücklicherweise sehr bald herandampfcndes deutsches Geschwader unter Admiral Knorr brachte indessen die Rebellen auf recht energische Weise zur Ruhe, indem ihre Dörfer gestürmt und zerstört wurden. Ein Beamter des Woermann- schen Hauses, Herr Pantänius, war aber bedauerlicherweise schon vorher von den Negern fortgeschleppt und ermordet worden.