Schlußbetrachtung
as ist Kiautschou. Wenigstens so, wie der Verfasser es gesehen hat. Zehn Jahre ist da draußen gearbeitet worden. Wenn man jetzt die Denkschriften der ersten Jahre durchblättert, ist man überrascht, wie sich Tsingtau fast genau so entwickelt hat, wie es dort schon angedeutet war, wie richtig bis jetzt das, was kommen mußte, vorher gesehen worden ist, und wie energisch die Verwaltung alles rechtzeitig vorbereitet hat, damit das Kommende gebahnte Wege finden sollte.
Es ist der Vorwurf erhoben worden, daß vieles in Tsingtau zu großartig und kostspielig angelegt sei, so die Kanalisation und der Schlachthof. Sehr wahrscheinlich wäre aber eine weniger solide Arbeit auf die Dauer teurer gewesen als diese. Auch das Straßennetz, sagen manche, sei zu groß angelegt, zu sehr auf Zuwachs berechnet. Man kann darüber verschiedener Meinung sein, ob man immer nur so bauen will, daß es gerade für die gegenwärtigen Verhältnisse ausreicht, oder ob es zweckmäßiger und billiger sei, auf weiter hinaus vorzusorgen.
Auch begegnet man immer wieder der ängstlichen Frage: Werden wir in Kiautschou noch lange die Früchte unsrer Arbeit ernten?