Tsingtau und seine Umgebung
ir sind vor der Kiautschoubucht angelangt. Wir fahren genau nach Westen. Von Norden und von Süden springt das Land vor und läßt eine 3 km breite Einfahrt frei. Hinter dieser holt dann die Bucht in weitem Bogen nach Norden hin aus. Kaum zu erkennen ist das Ufer im Norden und Nordwesten: ein wenig größer noch als der Bodensee ist die Kiautschoubucht. Auf dem Landzipfel, der von Norden her die Bucht von der See abgrenzt, liegt Tsingtau. Nach Nordwesten hin schaut es auf die Bucht, nach Süden hinaus in die freie See. Von See aus sehen wir, wie das Land von der Küste aus hüglig ansteigt und, wenigstens nach Osten und Nordosten, schon wenige Kilometer landeinwärts durch rasch aufstrebendes Gebirge wie von einem Kesselrand umschlossen wird. In flachem Bogen erkennen wir auf der Seeseite einen Badestrand mit einer großen Anzahl fahnengeschmückter, bunter Badebuden am Ufer. Weiße Prellsteine und eine Reihe Bogenlampen an hohen schlanken Masten kennzeichnen eine Straße, die hoch und dicht am felsigen Ufer hinläuft. Zahlreiche Villen heben sich malerisch von dem terrassenartig nach der See zu abfallenden grünen Gelände ab. Mehrere Häuserblocks sind sofort als Kasernen kenntlich. Es werden zusammenhängende Häuserreihen sichtbar, mitten darin, alles andere überragend, mit breiter Front das Gouvernementsgebäude. Zwei feste Landungsbrücken führen vom ebbetrockenen, aufgemauerten Ufer hinaus ins tiefe Wasser. Hier legen die Boote der Dampfer und Kriegsschiffe an, die da auf der Außenreede ankern, unfern der kleinen Arkonainsel, deren rotes Leuchtfeuer