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Kiautschou : das deutsche Schutzgebiet in Ostasien / von Hans Weicker. Mit über 145 Ill. Federzeichnungen von Marie Gey-Heinze
Entstehung
Seite
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Tsingtau und seine Umgebung

ir sind vor der Kiautschoubucht angelangt. Wir fahren genau nach Westen. Von Norden und von Süden springt das Land vor und läßt eine 3 km breite Einfahrt frei. Hinter dieser holt dann die Bucht in weitem Bogen nach Norden hin aus. Kaum zu erkennen ist das Ufer im Norden und Nord­westen: ein wenig größer noch als der Bodensee ist die Kiautschoubucht. Auf dem Landzipfel, der von Norden her die Bucht von der See abgrenzt, liegt Tsingtau. Nach Nord­westen hin schaut es auf die Bucht, nach Süden hinaus in die freie See. Von See aus sehen wir, wie das Land von der Küste aus hüglig ansteigt und, wenigstens nach Osten und Nordosten, schon wenige Kilometer landeinwärts durch rasch aufstrebendes Gebirge wie von einem Kesselrand umschlossen wird. In flachem Bogen erkennen wir auf der Seeseite einen Badestrand mit einer großen Anzahl fahnen­geschmückter, bunter Badebuden am Ufer. Weiße Prellsteine und eine Reihe Bogenlampen an hohen schlanken Masten kennzeichnen eine Straße, die hoch und dicht am felsigen Ufer hinläuft. Zahlreiche Villen heben sich malerisch von dem terrassenartig nach der See zu abfallenden grünen Gelände ab. Mehrere Häuserblocks sind sofort als Kasernen kenntlich. Es werden zusammenhängende Häuserreihen sichtbar, mitten darin, alles andere überragend, mit breiter Front das Gouvernementsgebäude. Zwei feste Landungsbrücken führen vom ebbe­trockenen, aufgemauerten Ufer hinaus ins tiefe Wasser. Hier legen die Boote der Dampfer und Kriegsschiffe an, die da auf der Außen­reede ankern, unfern der kleinen Arkonainsel, deren rotes Leuchtfeuer