Post, Telegraphier Fernsprechwesen x ).
Deutsche Post-, Telegraphen- und Fernsprecheinrichtungen sind nach und nach in den afrikanischen Schutzgebieten dem Verkehr übergeben worden. Den Aufschwung des Verkehrs zeigt die Tatsache, dass sich die Zahl der deutschen Postanstalten in den deutschen Kolonien und in anderen Ländern in dem iojährigen Zeiträume von Anfang 1893 bis Ende 1902 von 21 (davon 17 in den Schutzgebieten) auf 108 (davon 78 in den Schutzgebieten) vermehrt hat. Hierzu kommen noch 27 deutsche Telegraphenanstalten, die sich auf 6 Gebiete verteilen, während vor 10 Jahren Deutsch-Ostafrika allein Telegrapheneinrichtungen hatte.
Die erste deutsche Postanstalt in Deutsch-Ostafrika war die im Jahre 1888 in Lamu (Wituland) errichtete Postagentur. Als Witu 1890 in englischen Besitz überging, wurde sie im darauffolgenden Jahre wieder aufgehoben. Die ersten Postanstalten in Dar-es-Salaam und Bagamoio wurden 1890 dem Betriebe übergeben und die in Dar-es-Salaam 1891 zur Hauptpostanstalt des Schutzgebietes erhoben. Von 1891 ab wurden weitere Postanstalten an der Küste eingerichtet, nämlich im nördlichen Teile: Tanga 1891, Saadani 1892, Pangani 1892. Im südlichen Teile: Lindi 1891, Kilwa 1892, Mohorro und Mikindani 1894. Im Inneren des Landes wurden auf einer grossen Zahl von Militärstationen Postagenturen 1895/96 mit beschränkteren Befugnissen hergestellt, nämlich in Bukoba, Kilimatinde, Kilossa, Langenburg, Moschi, Mpapua, Muansa, Tabora, dazu Ujiji und Iringa 1898, Wilhelmstal, Songea und Wiedhafen 1899, Mahenge und Bismarckburg 1901, Usumbura 1902. Durch den Bau der Usambarabahn war die Gründung von Poststellen in Muhesa und Korogwe bedingt. Im Jahre 1902 bestanden im Schutzgebiete 27 Postanstalten, davon im Küstengebiet 1 Postamt (Dar-es-Salaam) und 8 Postagenturen, und im Inneren 18 Postagenturen 2 ), d. h. es kommen in Deutsch-
] ) Cf. Archiv für Post und Telegraphie 1903, S. 33 und ff. -) Denkschrift über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete 1902/03, Anlagen S. 110.