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Für die wichtige Kilimandscharoroute ist das Verhalten der Massai zum Durchgangsverkehr von grosser Wichtigkeit. Sie zerfallen in zwei Klassen, Wakuafl und Massai. Die ersteren sind ansässig und treiben Ackerbau, die letzteren leben als Nomaden und führen ein unstetes Räuberleben. Die Massai haben früher den Verkehr in schwerer Weise geschädigt, da sie mit ungestümer Tapferkeit über die Karawanen herfielen und sie zur Herausgabe ihrer Güter zwangen. Infolge von Hungersnot und durch schwere Niederlagen ist aber ihre Macht gebrochen und alle Missstände in unserem Gebiete des Massailandes haben ihr Ende erreicht.
Von anderen verkehrshindernden Völkern kommen noch die Mafiti, die ihre Wohnsitze im Quellgebiet des Rufiyi haben, in Betracht. Ausserdem werden die Länder im Westen und Südosten von den Karawanen gemieden; aufgegeben ist auch der Weg über Karagwe und Usinja nach Uganda, weshalb die Karawanen im Westen den See umgehen oder sich von Kagehi am Viktoriasee übersetzen lassen. Abgesehen von diesen verkehrshindernden Völkern ist die Sicherheit im Schutzgebiete eine gute. „Es wäre lächerlich, zu erwarten, dass nirgendswo Unruhen vorkämen. Wir kennen manche Bezirke ja noch kaum und können dort auch keine Ordnung erwarten. Man darf aber getrost behaupten, dass an der Küste die Achtung vor dem Gouvernement eine grosse ist, dass man am 0 den Hauptverkehrsstrassen, also über Tabora nach den grossen Seen, fast ohne Waffen marschieren kann — es sei denn, dass einige hanfberauschte Neger in Nera die Reisenden belästigen — und dass man ebenfalls zum Kilimandscharo mit einem Spazierstock reisen kann."
Sicherer als früher ist es gewiss geworden, Reisen im Inneren ist auf begangenen Wegen kein Kunststück mehr J ).
Transportmittel.
Auch jetzt noch ist wie in alten Zeiten in Aquatorial- afrika die Kraft des Menschen fast ausschliesslich das einzige
! ) Verhandl. der Kolonialgesellschaft Berlin-Charlottenburg, 1897/98, S. 116.