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1 (1904) Deutsch-Ostafrika / von Hermann Otto Rosenhainer
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Durchfall und Entkräftigung (Dysenterie) zur Folge hat. Ein noch weit grösserer Übelstand ist der in den Savannen meist herrschende Mangel an Wasser in der Trockenzeit 1 ). Es ist in der Regel nur in Tümpeln, welche die Regenzeit hinter­lassen hat, zu finden, fliessendes Wasser fehlt fast gänzlich und ist fast nur in der Regenzeit vorhanden: deshalb sind die Reisen durch diese Gegenden so beschwerlich und mühevoll. Der Wassermangel gibt dem Karawanen verkehr in den Sa­vannen ein eigentümliches Gepräge. Die Märsche müssen forciert und lange ausgedehnt werden, da die Wasserplätze und Etappen weit von einander entfernt sind. Das unbe­wohnte Grenzgebiet zwischen Usagara, Massailand, Uhehe und Ugogo, eine mit Gebüsch und lichtem Wald, abwechselnd mit Savannen durchsetzte Ebene, Marengamkali genannt, muss in 10 bis 13 Stunden passiert werden 2 ). Der berüchtigtste Trockengürtel ist der, welcher sich von dem Westabfall des Randgebirges bis zum Hochplateau von Uniamwesi er­streckt, hauptsächlich die Landschaften Westusagara, Ugogo, Ujansi und das Massaigebiet umfassend. Nur wenige Natron­tümpel enthalten ungeniessbares Wasser (Marengamkali = Bitter­wasser). Für die Mgundamkali, d. i. heisses Feld, ein etwa 180 km breites Waldgebiet ohne Siedelungen im Westen der weiten Ebenen Ugogos müssen die Karawanen für 10 Tage Lebensmittel mitnehmen 3 ). Infolge Wassermangels sind die nordwärts liegenden Landschaften in der Trockenzeit fast gar nicht oder nur unter schwierigen Verhältnissen und mit grossen Umwegen passierbar.

c) Hauptverkehrslinien.

Die wichtigsten Karawanenstrassen, sogenannte grosse StrassenGross" genannt nach der Masse des sich auf solchen Strassen jahraus jahrein hin und her bewegenden Ver­kehres führen nach den drei grossen Seen: dem Viktoria-

J ) Peters, a. a. O. S. 213. 2 ) Reichard, a. a. O. S. 317. ü ) Reichard, a. a. O. S. 333.

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