Teil eines Werkes 
1 (1904) Deutsch-Ostafrika / von Hermann Otto Rosenhainer
Entstehung
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nach Lome 4400 Seemeilen. Zum Vergleiche mag erwähnt werden, dass der Dampferweg von Bremerhafen nach New- York rund 3600 Seemeilen beträgt.

Nach diesen kurzen einleitenden Bemerkungen betrachten wir zunächst die Verkehrsverhältnisse der grössten unserer überseeischen Besitzungen, von

Deutsch-Ostafrika.

Schon seit vielen Jahrhunderten hat Deutsch - Ostafrika mannigfache Beziehungen zu fremden Ländern gehabt, da seine Weltlage als eine günstige bezeichnet werden muss. Die regelmässig im Jahre wechselnden Winde, die auch klei­neren Fahrzeugen weitere Fahrten erlauben, haben z. B. einen regelmässigen Verkehr mit Süd-Arabien zur Folge gehabt. Ausser den Arabern sind es dann besonders die Inder, die einen grossen Einfluss auf den ostafrikanischen Handel g'ehabt haben und auch jetzt noch ausüben. Besonders wichtig für das Schutzgebiet ist seine Lage Sansibar gegenüber, da dieses der wichtigste Verkehrsmittelpunkt aller ostafrikanischen Küstengewässer seit Jahrhunderten gewesen ist, auch jetzt noch ist und noch lange Zeit bleiben wird. Die Stadt ist von Bagamoio nur durch einen etwa 40 km breiten Kanal getrennt. Obwohl die Küstengliederung Deutsch-Ostafrikas gleich wie im übrigen afrikanischen Kontinent eine verhältnismässig dürftige ist, so ist sie doch immer noch die hafenreichste Ost­afrikas und zeigt einige der besten Häfen des ganzen Fest­landes. Die Küste, welche eine Länge von rund 1000 km hat, es entfallen somit noch ungefähr 1000 qkm Land auf 1000 m Meeresufer beschreibt einen sanft gewölbten Bogen, der durch den wenig ausgeprägten Vorsprung von Dar-es-Salaam in zwei kleinere Bogen, durch die Küstenorte Bagamoio und Kilwa markiert, geteilt wird. Die Breite des flachen Strandes ist sehr wechselnd; im Norden beträgt sie nur 20 bis 30 km, und die Randgebirge treten stellenweise bis an das Meer heran. Die Küstengewässer, namentlich der Sansibarkanal,