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1 (1904) Deutsch-Ostafrika / von Hermann Otto Rosenhainer
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Wagen war mit 11 Ztnr. Fracht beladen, sein Eigengewicht war 12 Ztnr. Er wurde von 6 Ochsen von der Rasse des einheimischen mittelgrossen Buckelrindes gezogen. Zur Zurück­legung der etwa 300 km langen Strecke waren auf der Heim­reise 17, auf der Rückreise 15 Tage erforderlich. Auf der Strecke Muamara bis Muansa sind geräumige Rasthäuser ge­baut. Während früher die Träger, um Schutz vor der Sonnen­glut zu finden, in den Dörfern lagerten und dort die Bewohner durch Diebstahl belästigten, ist es ihnen jetzt verboten, in die Dörfer einzudringen.

Schon jetzt sind die segensreichen Wirkungen der aus­gebauten Strassen bemerkbar.Sofort nach Fertigstellung eines Weges hebt sich der Anbau auf den Feldern, hier und da sieht man einen kleinen Laden oder einen primitiven Märkt­platz, auf welchem die Erzeugnisse der Landwirtschaft an die Passanten abgesetzt werden. An einigen Orten haben sich bereits Inder mit kleinen Lastwagen versehen, mit denen sie die Erzeugnisse ihrer Landwirtschaft in die Stadt fahren. Auch europäische Kaufleute, die des Tages über im Kontor zu arbeiten haben, haben nunmehr Gelegenheit, sich in den Abend­stunden zu Wagen vor die Städte zu begeben. Viele haben sich deshalb schon kleinere Pflanzungen angelegt, da sie nun­mehr Gelegenheit haben, den Fortgang der Arbeiten selbst zu kontrollieren" 1 ).

Eisenbahnbau.

In der Einsicht, dass in Kolonialländern Strassenbauten überall nur da am Platze sind, wo das Gelände nicht allzu schwierig ist, wo der Verkehr keine grosse Eile hat, wo es hinreichende und billige Zugtiere gibt, wo die den Verkehr vermittelnden Menschen nicht unter widrigen Naturverhält­nissen zu leiden haben und wo der Strassenbau von zerstörenden Naturkräften nicht übermässig geschädigt wird, hat man im Schutzgebiete mit dem Bau von Eisenbahnen eine Hebung

') Denkschrift über die Entwickelung der Schutzgebiete, 1902 '03, S. 23.