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1 (1904) Deutsch-Ostafrika / von Hermann Otto Rosenhainer
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d) Verkehrsfördernde und -hindernde Völker.

Obwohl die meisten Völker Deutsch-Ostafrikas dem Ver­kehr und Handel an und für sich nicht feind sind, so gibt es doch Stämme, die sich dem Karawanen verkehr erschwerend und schädigend entgegenstellen. Zu diesen letzteren gehören vor allem die Bewohner des sich durch die Mitte Deutsch- Ostafrikas hinziehenden breiten Savannenstreifens. Es sind meistens auf einer niedrigen Kulturstufe stehende Nomaden und Halbnomaden. Alle diese Stämme treffen gerade in einem Gebiete zusammen, das für ihr wildes Treiben ein wünschens­wertes Feld bietet, nämlich insofern, als die Hauptstrasse von Osten nach Westen durch ihr Gebiet führt, und dann, weil die traurige Einöde und Armut dieses Landstrichs an Nahr­ungsmitteln die Karawanen derartig schwächt, dass sie einem Angriffe nicht stand zu halten vermögen. Es ist die Maren- gamkali, wo eine fortwährende Verschiebung der Bevölkerung stattfindet. Die Wagogo werden von Süden her durch die Wahehe verdrängt, die sich östlich unter den Wasagara an­siedeln und ihrerseits Sitten und Sprachen der Einwanderer annehmen. Von Norden her sind die Massai, durch Viehseuchen ihrer Nahrung beraubt, nach Süden gewandert und haben sich unter den Wasagara niedergelassen.

Die Wagogo und Wasagara, durch deren Gebiet die grosse Strasse Bagamoio-Tabora führt, sind ein schlecht be­leumundetes Volk, dessen Raubanfälle oder Tributerpressungen für Durchzug und Benutzung der wenigen Wasserlachen 1 ) jedoch nur für kleine und schlecht bewaffnete Karawanen gefährlich werden können. Dadurch, dass die deutsche Regier­ung Stationen in ihrem Gebiete anlegte, sind sie für den Ver­kehr unschädlich gemacht worden. So sind denn die Wagogo für den Verkehr kaum noch gefährlich, andererseits muss aber auch dafür Sorge getragen werden, dass grosse Karawanen nicht gewalttätig gegen die Eingeborenen vorgehen.

*) Reichard, a. a. O. S. 323.