ein anderklaffen. Nach obigen Ausführungen ist es erklärlich, dass die Hauptausfuhr aus Bagamoio in den Monaten Juli, August und September am stärksten ist. Im Innern beginnen die Karawanen ihre Reise Mitte Mai, wenn die Erntezeit vorüber ist, deshalb Lebensmittel billiger und Kräfte für den Transport leicht zu haben sind. Sie treffen dann mit den im Laufe des Jahres gesammelten Produkten an der Küste in den Monaten Juli bis November ein.
Die zweite kürzere Verkehrszeit sind die Monate Januar und Februar. Von besonderer Bedeutung für die südlichen Häfen Mikindani, Lindi und Kilwa ist der Monat Juni, weil hier die Ausfuhr von Kopal und Kautschuk 1 ) eine grosse Rolle spielt.
b) Verkehrswege.
Was nun die Wege anlangt, die für den Verkehr in Ostafrika in Betracht kommen, so gibt es dort solche nach unseren Begriffen nicht, wenn wir von denen absehen, die im Laufe des letzten Jahrzehnts durch die deutschen Gouvernements und schliesslich in letzter Zeit auch von Eingeborenen-Häuptlingen gebaut worden sind. Wenn man hier von einem Wege spricht, so versteht man darunter einen schmalen, sich stets hin- und herwindenden Fusspfad, der sich bald durch öde Steppen zieht, bald durch Sümpfe, in denen man bis an den Leib im Wasser watet, bald durch Urwald, wo weder Sonne noch Mond hineinscheint: der Marsch ist ausserordentlich beschwerlich , besonders für lasttragende Menschen und lasttragendes Vieh. Künstliche Wege, eines der ersten Zeichen von Fortschritt bei einem Volke, sind mit wenigen Ausnahmen im Afrika der Neger nicht zu finden 2 ). So ist denn der Verkehr nach dem Inneren bis auf den heutigen Tag der denkbar primitivste. Er wird noch immer fast ausschliesslich auf den schmalen Fusssteigen vermittelt, den einzigen Verkehrsstrassen
') Mitteilungen aus den deutschen Schutzgebieten, 1892, S. 16. 2 ) Fr. Ratzel, Völkerkunde, 1895, II. Bd., S. 63.