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Kolonie und Flotte / verf. von Schlieper
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punkt in fernen Zonen von großem Werte, Da könnten die Boote, den von feindlichen Streitkräften stärker bewachten europäischen Ge­wässern entrückt, ungestörter den gegnerischen Handel schädigen, so manches mit Bannware beladene Schiff verschwinden lassen und

selbstredend den feindlichen Kriegsschiffen das Leben sauer machen. Zweifellos können wir uns zukünftige Flottenstützpunkte in unseren Kolonien ohne U-Boote nicht vorstellen und w o l l e n es auch nicht. So haben wir auch in diesem Falle bei Betrachtung der Seekampf­mittel im engeren Sinne die Wechselwirkung insofern, als das U-Boot dort draußen dazu beiträgt, den Stützpunkt zu halten und damit ein Stück Kolonie", während der Stützpunkt wieder das U-Boot befähigt, in hervorragendem Maße seine vernichtende Tätigkeit auch auf andere Ziele, wie Schädigung des feindlichen Handels und feindlicher Zufuhren, auszudehnen. Somit auch in dieser HinsichtKolonie und Flotte"

Hand in Hand.

b. Im besonderen.

Es ist nun interessant, zu sehen, welche Orte an der westafrika- nifchen Küste von den fremden Mächten als Stützpunkte auserwählt sind. Da würde z. B. von den britischen Besitzungen im Gambia- Gebiet der Hafenplatz Bathurst zu nennen sein, der einen geschützten Ankerplatz hat. Dort können die größten Schiffe einlaufen. Die Eng­länder haben den Ort durch Küstenwerke befestigt.

An sonstigen mehr oder weniger geeigneten Plätzen wäre Free - town (Sierra Leone), auch noch Lagos (Nigerien) zu nennen. Am letzteren Orte ist freilich wegen der Barre das Landen schwieriger.

Auf französischem Gebiete, an der Senegalküste, finden wir Dakar bereits als Flottenstützpunkt ausgebaut. Dort haben die Fran­zosen an der Gorve-Bucht einen künstlichen, nordöstlich der Stadt liegen­den Hafen geschaffen. Zwei Dämme schützen die Einfahrt, dir Wasser­tiefen von 9 bis 10 Meter aufweist. Ein Trockendock und Kaianlagen mit ausspringenden Molen gestatten ein bequemes Laden, Löschen und Überholen der Schiffe. In der Marinewerft ist im besonderen ein ge­räumiges Hafenbecken für Torpedoboote geschaffen. Da gibt es auch noch sonstige für den Kriegsschiffbetrieb erforderliche Werkstätten und Anlagen.

Telegraphenkabel verbinden Dakar mit Brest, Pernambuco und Konakry (Französisch-Guinea), während eine Funkspruchstation die Ver­bindung mit Frankreich herstellen soll. Landtelegraph führt ins Innere. Zum Schutze dieses Flottenstützpunktes sind bereits verschiedene Küsten­werke vorhanden.

In Französisch-Guinea erscheint den Franzosen K o n a k r y mit den