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tapfere und umsichtige Führer, Kapitänleutnant Gygas, doch im Laufe der Zeit verschiedentlich? Kämpfe mit den Hereros zu bestehen, so z. B. äsn Liewenberge und bei Groß - Barmen. Inzwischen war Marineinfanterie aus der Heimat eingetroffen, zuerst der übliche Ab- löfungstransport, dann aber am 9. Februar Major v, Glasenapp mit einem Bataillon, einer Maschinengewehrabteilung, einer Eisenbahnabteilung und Ersatz für die „Habicht"-Leute.
Damit war die selbständige Tätigkeit der Marine beendet; aber Kapitän Gudewills Umsicht hat gerade zu Anfang des Aufstandes viel zu seiner späteren siegreichen Beendigung beigetragen. Schwer leidend, brach er dann zusammen und starb leider viel zu früh.
Südsee.
Erst Anfang der siebziger Jahre, nach Wiederaufrichtung unseres jetzt wieder von scheelsüchtigen, neidischen Feinden umtosten Deutschen Reiches, finden wir Kriegsschiffe unter der schwarz-weih-roten Flagge in der inselreichen Südsee in kolonialer Tätigkeit wirkend. So z. B. die „Nymphe" (v. Blanc) 1872 im Fidschi-Archipel, ein Jahr darauf die „Arkona". Dann lesen wir von Besuchen der „Hertha" (Knorr) und „Gazelle" (Frh. v. Schleinitz) auf den Tonga-Inseln, die aber später englisch wurden. Unsere Schiffe fanden überall deutschen Handel im Gange und nach den großen deutschen Siegen auch bei den wildesten Häuptlingen die Kenntnis von der erfolgten Neugründung eines mächtigen deutschen Reiches und von dem Namen eines Bismarck. Das hat das Entstehen so manches Freundschaftsvertrages gefördert.
Samoa.
Eine Inselgruppe hat in den folgenden Jahrzehnten aber ganz besonders die Hilfe der Marine in Anspruch genommen und auch manches Seemcmnsblut gefordert: die Samoa-Jnseln. Die Kolonialgeschichte Smnocis ist ein Blatt eifrigster Pionierarbeit. Da leuchten die Namen Godeffroy, des tapferen Konsuls Weller, Direktor Godeffroys; ober wir finden nicht minder'wohlbekannte Marinenamen: Knorr („Hertha" und später Kreuzergeschwader), Deinhard („Bismarck"), v. Werner („Ariadne") — alle der ersten Zeit angehörend.
Es war auf Scnnoa ein dauerndes Zerren um die Vorherrschaft, und diese ewigen internationalen Reibungen standen in innigem Zusammenhang mit den einheimischen Kämpfen der verschiedenen Häuptlingsparteien. .
Den Leser will ich mit Schilderung der Einzelheiten nicht ermüden, die auch nicht hierher gehören. Aber dies ist aus der Geschichte der