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An der Küste von Togo wirkte Anfang 1884 S. M. S, „Sophie" (Korv. Kavt, Stubenrauch) im kolonialtätigen Sinne. Der Bitte deutscher Kaufleute nach Schutz ihrer Interessen Folge gebend, schloß Kapitän Stubenrauch mit verschiedenen Häuptlingen Verträge ab. Nur ein „schwarzes Schaf" namens Lawson krakehlte fortgesetzt dagegen, bis er dingfest gemacht wurde. Auch sonst noch hat der genannte Kommandant in jener Zeit verschiedentlich vorbereitend gewirkt, bis am 5. Juli 1884 von Dr. Nachtigal, der mit „Möwe" eingetroffen war, in Bagida, Lome und Togo-Stadt endgültig die deutsche Flagge geheißt werden konnte. In Porto Seguro geschah dies im September 1884 durch S. M. S. „Leipzig". Hiergegen protestierten die Franzosen heftig! sie verlangten Klein-Popo und Porto Seguro; aber Admiral Knorr schritt auch dort mit Erfolg ein.
Auch S. M. S. „Olga" (Kapitän Bendemann) hat sich seinerzeit um die Ruhe im Togogebiete viel Verdienste erworben, nicht zum mindesten im Vorgehen gegen ein sauberes englisches Brüderpaar Williams, das nicht aufhören wollte, gegen das deutsche Unternehmen Wühlarbeit zu verrichten. Das ist schon immer vornehme Britenart gewesen — man hat's nur nicht immer gemerkt.
Südwesiafrika.
Auch inSüdwestafrika war die Marine lebhaft im kolonialen Interesse tätig. Am 7. August 1884 wird nach dem Eintreffen der Korvetten „Elisabeth" und „Leipzig" inAngra-Pequena (Lüderitz- land) die deutsche Flagge geheißt und kurz darauf seitens des Kanonenbootes „Wolf" die ganze Küste bis Kap Frio annektiert. Bald darauf traf die „Möwe" an der südwestafrikanischen Küste ein und setzte in Kap Croß die Spezialkommission unter Dr. Nachtigal an Land. Mitglied dieser gelandeten Gesellschaft war auch der spätere Sieger von Coronet, Graf Spee.
20 Jahre später, als der Herero aufstand losbrach, mußte unser „Habicht", der in Kapstadt im Dock lag, schleunigst die Reparaturarbeiten unterbrechen und nach Swakovmund eilen. Da Gouverneur Leut- wein nach dem Süden aufgebrochen und so schnell nicht zu erreichen war, übernahm der „Habicht"-Kommandant, Korvettenkapitän Gude - will, einstweilen den Oberbefehl im Aufstandsgebiet. Er ließ das Landungskorps unter dem Ersten Offizier, Kapitänleutnant Gygas, ausschiffen und die Eisenbahn besetzen. Unter großen Schwierigkeiten drang Gygas bis Karibib vor, und er hat dann später in der Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes nach Srvakopmund mit Recht die Hauptaufgabe des nur kleinen Landungskorps erblickt. Konnte es naturgemäß auch keine ausgedehnten Züge ins Innere machen, so hatte der