I. Einleitende Betrachtungen.
MMDenn der Staatssekretär des Reichs-Kolonialamtes u. a, gelegent- lich eines Missionsabends zu Beginn des Jahres 1917 den Aus- spruch tat: „Wir haben unsere Kolonien nicht verloren" und dann später diese Zuversicht mit dem Satze: „Wir werden unsere Kolonien wiedererhalten" weiter bekräftigte, so dürften diese Worte sicherlich wohltuend eines jeden deutschen Mannes Herz berührt haben. Alle diejenigen aber, denen es vergönnt gewesen ist, Land und Leute unserer Kolonien einst mit eigenen Augen zu sehen, das Schaffen und Wirken dort in den deutschen Gebieten in Übersee zu beobachten, — ja, diese Männer haben die Stellen aus tief mitfühlendem Herzen wohl mehrere Male überflogen. Denn jene sind in den zurückliegenden schweren Tagen all den Stätten im Geiste nahe gewesen, wo eine tapfere deutsche Schar gegen eine Riesenübermacht bis zum letzten Blutstropfen verteidigt hat, was einst unter der schwarz-weiß-roten Flagge mühsam errungen und dann im Schweiß des Angesichts gehegt und gepflegt wurde. Ganz im Bilde sind sie gewesen beim Lesen der Berichte über die Kämpfe dort draußen. Sie sahen sie näher kommen, die feindliche Schar, und sie wollten ihren Augen nicht trauen, als sie von so viel Roheit und Gemeinheit lasen, die unsere Feinde, Arm in Arm mit heidnischen Negern, gegen unsere Landsleute dort verübten, Kultur und ^ Fortschritt hohnsprechend. Doch still davon. Jetzt soll nur davon die Rede sein, wie wir uns die Verwirklichung des eingangs erwähnten zuversichtlichen Gedankens der Wiedergewinnung unserer Kolonien und der Besitzhaltung auszudenken haben. Wir sahen sie stürzen — wie können wir sie zukünftig besser schirmen?
Von berufener Feder werden manche Wege gezeigt und vorgeschlagen; mir ist der Wunsch nahegelegt, den innigen Zusammenhang von Flotte undKolonie zu beleuchten und vor Augen zu führen, wie durch Unterstützung durch die schwimmende Wehrmacht die Kolonien erworben wurden, und wie sie durch Mitwirkung der Flotte bei ihrem Schutz künftig besser gesichert werden können.
Auch der Seeoffizier gehört zu denen, welche die Kriegsvorgänge in Afrika mit dem Herzen miterleben, da er doch auf seinen Auslandsreisen von Bord des Schiffes Zeuge der Entwicklung unserer kolonialen Gebiete gewesen ist, nein, nicht allein Zeuge, oft genug Mithelfer, Mitkämpfer für die schöne und große Sache.
An dieser Stelle darf wohl kurz ein historischer Rückblick auf die Vorgänge in den fernen Kolonialgebieten geworfen werden, um den