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Kolonie und Flotte / verf. von Schlieper
Entstehung
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II. MMicke.

«UMevor die Zukunftspläne erörtert werden sollen, darf ein Blick auf das Gewesene geworfen werden. Fangen wir mit der im Brennpunkte des Interesses stehenden Kolonie an:

Ostafrika.

Dort entwickelt sich Mitte der achtziger Jahre zum ersten Male eine lebhafte Kolonialtätigkeit, bei der die Marine bedeutend mitwirkte, Dr, Peters hatte mit großzügigem Blick und nie versagender Zähig­keit im Hinterlande mit einer großen Zahl von Häuptlingen Verträge abgeschlossen. Um auch bei dem damaligen Sultan von Zanzibar, dem energischen Said Bargasch, Gegenliebe für die deutschen Kolonialbestre­bungen zu erwecken, erschien im Jahre 1885 Admiral Knorr mit seinem Kreuzergeschwader vor Zanzibar und ging vor dem Sultans­palast zu Anker. Das hatte zusehends gute Wirkung, und daher wurde auch im nächsten Jahre, als Said Bargasch nach der MelodieAus den Augen, aus dem Sinn" hinsichtlich seiner Versprechungen etwas ver­geßlich wurde, der Besuch wiederholt, Admiral Knorr war nicht der Mann, der auf halbem Wege stehen blieb. Er griff durch, und Bar- gaschs Gedächtnis verstärkte sich zusehends. Zugleich galt der Besuch des deutschen Geschwaders in Ostafrika der Ahndung der Ermordung Id', Jülkes, des treuen Waffengefährten Dr, Peters', Wir sehen also auch hier, wie die Marine die koloniale Tätigkeit unterstützte. Wir sehen ferner, wie dieGneisena u" das Wituland unter deutsche Schutzherrschaft stellte. Es leuchtete damals wohl schon ein, daß deutsche Kriegsschiffe derDeutschostafrikanischen Gesellschaft" (D. O. A, G.) bei der Durchführung ihrer übernommenen gewaltigen Aufgabe dauernd zur Seite stehen mußten. Der Küstenstreifen gegenüber der Insel Zanzibar wurde an die D. O, A. G. auf 50 Jahre verpachtet, und da sollte gerade das Feld liegen, wo die blauen Jungen der kolonialen Sache nützen konnten. Nun hatte das Hinterland durch das Pacht­gebiet Verbindung mit dem Weltmeere, was ja immer das Bestreben bei allen Gebietserwerbungen gewesen ist. Die roten Sultanszeichen wehten nunmehr neben der Usagara-Flagge. Aber das gefiel den Herren Arabern nicht. Sie fühlten sich eingeengt und machten sowohl gegen die Autorität des Sultans wie gegen die D. O, A, G, Front, Das Flaggenhissen an der Küste machte große Schwierigkeiten; es gärte