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V. Ausblick.
^ukunftspläne zu machen, wird häufig müßig seini aber nicht immer sind sie unnötig. Zuweilen sind sie gewissermaßen notwendig, wenn es nämlich gilt, sich klar zu machen, auf welcher Grundlage man beim Eintritt wichtiger Wendungen vorzugehen, welche Forderungen man zu erheben hat. Natürlich kann man unmöglich von vornherein sich alle Einzelheiten vor Augen halten; aber in großen Zügen zukünftiges planmäßiges Handeln festzulegen, ist doch immer von Vorteil,
„Wir wollen unsere Kolonien wieder haben" — dieser Satz birgt auch schon die Forderung nach einem noch innigeren Zusammengehen von „Flotte und Kolonien" als in der Vergangenheit in sich. Und dabei sollte von vornherein auf ein „Anpassen" in dem Sinne Bedacht genommen werden, daß Schutz- und Trutzmittel des einen Teiles diejenigen des anderen ergänzen oder ihnen in ihrer Wirkung entgegenkommen müßten. Mit einem Augenblickserfolg, so schön und hehr er auch sein mag, .mit einer ruhmvollen Episode, so unvergeßlich sie bleiben soll, damit allein würde dem fortdauernden Schutze einer Kolonie nicht gedient sein. Ein noch so draufgängerischer, vor keinem Hindernis zurückschreckender Kreuzer (wer dächte da nicht unwillkürlich an eine „Emden" oder „Königsberg") schwebt schließlich doch in der Luft, wenn ihm nicht an der Küste, die er mit zu beschützen hat, Gelegenheit gegeben werden kann, vor feindlichen Granaten gesichert seine Kohlen- und Munitionsvorräte wie die sonstigen zu seinem und seiner Mannschaft Dasein nötigen Mittel aufzufüllen. Kann das nur an einem Platze fern der zu schützenden Küste geschehen, so muß die Kolonie eine Zeitlang auf die Mitwirkung des Kreuzers verzichten und er gerät selber in Gefahr, von überlegenen feindlichen Streitkräften abgeschnitten zu werden. Also ist, wie oben schon gesagt, es nötig, daß die Schutz- und Trutzmittel von Kolonie und Schiff einander ergänzen, daß dem Schiff Ausrüstungs- und Ergänzungsmöglichkeit an der Küste der zu schützenden Kolonie gegeben sind. Über diese Punkte soll weiter unten noch besonders gesprochen werden.
„Kolonie und Flotte"--wir können uns vorstellen, daß nach
den Lehren dieses Krieges die Notwendigkeit von Kolonialbesitz und der Aufrechterhaltung seiner Lebensfähigkeit erkannt wird, und daß damit erhöhter Schutz verlangt wird. Daß dieser Schutz durch eine größere