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Der Hansabund. 535
Städte, wie Campen, Ancheim und Nocnnunde schieden aus, schlössen sich aber wieder aus der Vereinzelung an. Um die Mitte des 15ten Jahrhunderts zerfiel der Bund mit dem deutschen Orden, von dessen Besitzungen sich ganze Districte unter polnische Hoheit begaben und Städte Brandenburgs und Sachsens sagten sich auch los. Doch blieben die Seestädte noch wie von Anfang die Hauptmacht des Bundes.
Anfangs wollte freilich deutsche Treue und Beständigkeit noch was locker und lose war zusammenhalten und den Fall verhüten: im I. 1538 schlössen 65 Städte einen Vertrag und entwarfen neue Bundesgesetze, aber Uneinigkeit versprach schon nichts Gutes. Man berieth in den I. 1571 und 1579 weiter, fragte gleichwohl im I. 1591, wer noch zum Bunde gehöre, zählte im 1.1603 nur noch 14 stimmfähige Bundesglieder und im 1.1630 erklärten die meisten Städte, sie hätten kein Belieben mehr, auf Hansatagen zu erscheinen und entsagten dem Bunde. Als man im I. 1669 die letzte Versammlung in Lübeck gehalten, gleichsam Testament gemacht hatte, wozu sich nur noch Gesandte von Bremen, Hamburg, Braunschweig, Danzig und bei der 13ten Sitzung auch von Cvln einfanden, schlugen die letzten Pulse dieses einst so großartigen, allgewaltigen Städtckörpcrs, dem Könige und Königreiche gehuldigt hatten. Seine Zeit war gewesen, doch Bremen, Lübeck und Hamburg, schon früh durch ihre Verhältnisse und Schicksale und gemeinsame Kämpfe verbunden, verbündeten sich noch am letzten Buudestagc zu einem neuen Schutz- und Trutzbündniß in alter Weise, vorerst nur auf 10 Jahre. Sie brachten nach einem mehr als dreihundcrt- jährigen Bestehen der Hansa den Flor und Namen freier Hansestädte ans jenen Zeiten herüber, zu dem Ende durch manche Friedensschlüsse bevorzugt, besonders auch im westfälischen Frieden für immer als Hansestädte anerkannt und in neuern Zeiten geschützt und geschätzt durch die Gunst der großen Mächte als Seehäfen und Marktplätze des europäischen Contincnts.
Wie erzählt ist, trat Bremen früh dem Bunde bei, im 1.1280, nachdem es bereits im I. 1275 darum nachgesucht, aber keine Aufnahme gefunden, wahrscheinlich wegen seiner innern Unruhen und der Flucht des Erzbischofs; auch war ein Streit der Bürger