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Meine Erlebnisse während des Feldzuges gegen die Hereros und Witbois nach meinem Tagebuch / Helmuth Auer von Herrenkirchen
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erwähnten Deichselbruches nach Kub zurückgeholt war, in Pforte ankommen konnte. Nachmittags gegen 3 Uhr ritten wir zurück, doch ging es nur langsam vorwärts, da die uns von der 4. Kom­pagnie gestellten Pferde so schlapp waren, daß alle Augenblicke eins den Dienst versagte. Ich ritt schließlich, trotzdem ich mir sagen mußte, daß es recht leichtsinnig war, mit den: Assistenzarzt allein voraus, denn Oberst Deimling wartete auf meine Rückkehr. Unter­wegs trafen wir am Fischfluß mit Leutnant Fürbringer zusammen, der, mit zwei Ochsen-, zwei Eselwagen und 20 Bedeckungsmann­schaften ausgerüstet, denselben Auftrag wie ich hatte, die Linie nach Keetmanshoop zu bauen, die ich nun schon selbst bis Pforte her­gestellt hatte. Allmählich wurde es stark dunkel und wir verfehlten hinter dem Fischfluß die Richtung, so daß wir erst nach langem Suchen die Signalstation Kuis fanden. Um 10 Uhr abends trafen wir endlich glücklich wieder in Kub ein, und ich konnte Oberst Deim­ling meine Meldung erstatten.

Meine Nerven waren so abgespannt, daß ich auf dem letzten Ende meines Weges Sträucher für Witbois hielt. Glücklicherweise hatte ich an den beiden nächsten Tagen weniger Arbeit. Die Ochsen­karre war inzwischen repariert und konnte am 28. mit Betriebs­stoffen, Proviant und Kleidungsstücken versehen nach Pforte ab­gehen. Schlimmer wurde es erst wieder iu der Nacht zum 29. No­vember, iu der ich von Mitternacht ab keine Sekunde Ruhe mehr hatte, unzählige Telegramme trafen ein, und den Signalisten wuchs die Arbeit, ebeuso wie mir, über den Kopf. Trotzdem gelang es uns noch vor Sonnenaufgang, alle Telegramme zu befördern.

10. Aufklärungspatrouille gegen die Witbois.

Die Patrouille unter Oberleutnant Kirsten und Müller v. Berneck hatte Narib vom Feinde besetzt gefunden. Oberst Deimling be­schloß nun, eine neue Patrouille unter dem Kommando des Leutnants v. d. Marwitz, ehemal. 18. Dragoner, in derselben Richtung zu schicken, um die Fühlung mit den: Feinde zu behalten. Er ließ durch den Oberleutnant Kirsten bei mir anfragen, ob ich die Pa­trouille begleiten wollte, was ich selbstverständlich schon aus dem