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Meine Erlebnisse während des Feldzuges gegen die Hereros und Witbois nach meinem Tagebuch / Helmuth Auer von Herrenkirchen
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6. Herstellung der telegraphischen Verbindung über Otjosondu in Richtung Epukiro.

Nach dieser Schilderung der Begebenheiten kehre ich zu meinen ^SiMamnie eigenen Erlebnissen zurück. Am Freitag den 26. August erhielt ich m Richtung den Auftrag, einen Kavallerietelegraphen zu legen von Owikokorero Epunro. nach Otjosondu und die Signallinie nach Epukiro herzustellen. Unter­stützt durch einen Signalunteroffizier und neun Bedeckungsmann­schaften begann ich um 3 Uhr nachmittags den Befehl auszuführen, eine Arbeit, die mehrere Tage in Anspruch nahm. Der Draht wurde ungefähr 100 in von der Pad parallel zu dieser auf die Bäume gelegt. Da es aber durch den dichtesten Dornbusch ging, konnte die Arbeit nur langsam ausgeführt werden. Vom Lager nach der Signalstation auf dem Berge bei Otjosondu funktionierte die Leitung sofort, während bei derjenigen nach Owikokorero sich die Batterie als zu schwach erwies und die Einschaltung einer neuen Zwischenstation nötig machte, die ich dann auch am 30. August ein­richtete. In der kommenden Nacht ging mir der Befehl zu, auf die Lampen von Otjurutjondjou zu warten. Von Oberst Deimling, der in den letzten Tagen über Owikokorero, Karidona in Richtung Epukiro marschiert war, erhielt ich ein Telegramm, warum ich noch nicht mit Lampen bei ihm einträfe. Da ich aber Befehl hatte zu warten, war es mir nicht möglich.

Sehr traurig sah es in Otjosondu in bezug auf den Gesundheits- TelegraphEnie zustand unserer Truppen aus. Im Lazarett, dem Oberarzt Müller nach Otiosondu. vorstand, befand sich eine große Anzahl Kranker. Am 1. September übernahm Rittmeister Helm das Kommando der Etappe, die, aus der alten Kompagnie Winckler bestehend, zuletzt unter Oberleutnant Becker gestanden hatte. Ich mußte noch zwei volle Tage warten, bis endlich, am 3. September vormittags 8 Uhr, die Lampen aus Ka­ribik» eintrafen. Meinen Aufbruch mußte ich dann abermals um einen Tag aufschieben, da für den 3. September die Ankunft des Haupt­quartiers, bei dem sich auch der Führer der Sigualabteiluug, Leutnant Rückforth, mit weiteren: Material befand, gemeldet wurde. Das Hauptquartier traf gegen. Abend ein, und ich begab mich noch zu später Stunde mit Leutnant Rückforth auf den Berg, um ihn über meine Ver­bindungen zu orientieren. Abends hatte ich dann noch viel Arbeit, denn es trafen fortgesetzt wichtige Telegramme ein. Am Sonntag mittag