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Dabib auch den nächsten Tag weiter. Im Verlauf überholte uns Leutnant Weinberger mit einer großen erbeuteten Viehherde, die nach Kub zurückgetrieben wurde.
In Naris, das wir am 13. Dezember früh 10 Uhr erreichten, befiel mich, als ich einige Sekunden versuchte, allein zu stehen, ein neuer Ohnmachtsanfall, doch fing mich Oberarzt Goldammer noch rechtzeitig auf. Endlich erreichten wir am 14. unsern Bestimmungsort, das Lazarett Kub, wohin Stabsarzt Franz schon vorausgeritten war, um alles für uns in Ordnung zu bringen. Endlich fand man wieder ein Bett. Welche Annehmlichkeit dies nach dein zehntägigen Marsche auf der harten Lagerstätte im Wagen war, brauche ich wohl nicht erst zu beschreiben. In Kub fand ich vier Briefe meines Vaters vor und auch einen Zeitungsartikel des Hanptmanns Dannhauer, der sich in schmeichelhafter Weise über meinen Erfolg am Water- berg aussprach. Beides machte mir natürlich viel Freude. Ebenso eine Anzahl Pakete aus dem Kasino meines früheren Regiments und von meinem Bruder, welches allerdings schon in: August abgeschickt worden war.
12. Im Lazarett Kub.
Die nächsten Tage fühlte ich mich noch recht elend, und erst am 17. Dezember machte sich eine bedeutende Besserung bemerkbar, nachdem ich in der Nacht zum ersten Male wirklich gut geschlafen hatte. Die Pflege im Lazarett war ausgezeichnet. Zum ersten Frühstück erhielt ich Kakao, mittags Suppe, Fleisch und Portwein und einen halben Liter Milch. Nachmittags nahm ich stets ein kaltes Bad, nach welchen: die Wunde wieder neu verbunden wurde. Mein Schlaf wurde immer besser, und da reichlich Lektüre vorhanden war, litt ich auch sonst nicht an Langeweile. Auf meinem selbst angefertigten Schachbrett spielte Leutnant Mannhardt mit mir Schach, mit gleichfalls selbstgefertigten Figuren.
Von der Kompagnie Ritter kau: am 23. die Nachricht, daß sie bei Kuibis einen glänzenden Erfolg gegen die Witbois davongetragen hatten, wobei 14 Wagen, und viel Vieh erbeutet worden waren. Ich gönnte diesen Erfolg der tapferen Kompagnie und ihrem Führer