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Meine Erlebnisse während des Feldzuges gegen die Hereros und Witbois nach meinem Tagebuch / Helmuth Auer von Herrenkirchen
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station; auch hier konnte nicht getränkt werden, da Milzbrand unter dem Vieh ausgebrochen war. Es blieb weiter nichts übrig, als bis zur Eisenbahnstation weiter zu marschieren, da wir unbedingt Wasser haben mußten. Als wir die Station erreicht hatten, hatten meine Leute noch eine anstrengende Arbeit, da sie das Wasser für das ganze Vieh aus einem Brunnen hochpumpen mußten, was mehrere Stunden dauerte. In der Nacht wurde weiter marschiert, so daß ich um 6 Uhr vormittags in Windhuk eintraf.

Die Mannschaften und die Karre ließ ich außerhalb der Stadt sich sammeln, und-dieselben kamen erst fünf Stunden später nach Windhuk.

Hier traf ich den mir bekannten Leutnant v. Neubronner, mit dem ich allein im Hotel der Stadt Windhuk meine Mittagsmahlzeit einnahm. Ich empfing noch drei weitere Lampen, die sich aber bei der von mir vorgenommenen Revision zum Teil noch nicht in Ordnung erwiesen, so daß ich mir verschiedene Ersatzteile besorgen mußte, was viel Zeit in Anspruch nahm. Auch die Empfangnahme vieler anderer notwendiger Sachen, der Löhnung usw. raubte viel Zeit. Die Pferde, die mir hier zugeteilt wurden, waren miserabel und ich befürchtete gleich, daß dieselben nicht lange aushalten würden. Abends lud mich mein Chef ein und wir speisten mit dem Haupt­quartier zusammen, auch Frau Böttlin und Oberstabsarzt Berg nahmen an der Mahlzeit teil. Um 12 Uhr übermannte mich die Müdigkeit, so daß ich für meine Person dem Fest ein Ende machte.

8. Bau der Oignallinie RehobothKub.

Meine Abfahrt, die am nächsten Nachmittag um 4 Uhr erfolgen sollte, verzögerte sich um volle fünf Stunden, da die Ochsen noch nicht von der Weide zurück waren. Ich fühlte mich ziemlich elend und war daher nicht selbst zur Stelle gewesen, in dem Glauben, es würde auch einmal ohne Aufsicht gehen. Leider hatte ich mich darin getäuscht. Beim Abmarsch fehlte schließlich ein Pferd und die Ochsen waren noch recht schlapp. Erst nur 6 Uhr am nächsten Abend, den 3. November, erreichten wir die von Windhuk 24 krn