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4. Das Gefecht am Waterberge.
Längst mußten wohl die Hereros das fortgesetzte Aufblitzen unserer Station gemerkt haben, aber es wurde nichts gegen uns unternommen, da dieser Stamm es nicht liebt, den Feind bei Nacht anzugreifen. Während der Nacht gelang es noch meinem Leibherero, der sich der Kleider entledigt hatte, sich zu Tale zu schleichen, um die Wasserstelle zu erkunden und uns einen gefüllten Wassersack mitzubringen. Um 6 Uhr morgens am Donnerstag den 11. August fiel der erste Kanonenschuß bei Omuveroumue von der Abteilung des Oberst Deimling, der das Signal bildete zu einem heftigen Feuer des Gegners auf unsere Stellung. Bis zum Eintreffen Teimlings, etwa um 4 Uhr nachmittags, hielt das hartnäckige Feuer der ungefähr 500 Hereros an, welche die Station Waterberg besetzt hielten. Es wurde dabei eine Unmenge Munition ohne irgendwelchen Erfolg verknallt. Nur Leutnant v. Reibnitz erhielt einen unbedeutenden Streifschuß an der Hand und Reiter Stamm einen solchen an der Schulter, von den Unsrigcn dagegen wurde mancher Herero zur Strecke gebracht,
Während dieses vielstündigcn Feuergefechts und der zahlreichen' Angriffe des Gegners konnte ich die Hauptabteilung, sowie die Abteilungen Heyde, Estorff und Deimling größtenteils beobachten, ebenso wie mir von den Bewegungen der Hereros fast nichts entging. Ich konnte somit fortgesetzt Meldung an das Hauptquartier machen.
Die Gefechtsmomente änderten sich jedoch so schnell uud es waren zu viele Abteilungen, so daß wir mit dem einen Heliographen nicht die Zeit fanden, um in der ersten Zeit ausführliche Telegramme zu senden, sondern es war vielmehr ein Fragen und Antworten mit dem Hauptquartier.
Nachmittags um 2 Uhr versuchte ich den Angriff Teimlings durch eigenes Vorgehen zu unterstützen, da ich befürchtete, das; die Abteilung in der Flanke angegriffen werden könnte, aber wir kamen vom Regen in die Traufe, denn außer dem Feuer der Hereros wurdeu wir uun auch noch von Infanterie- und Artilleriefeuer unserer eigenen Leute, die uns für Feinde hielten, trotzdem wir uus durch eine weiße Flagge zu erkennen gaben, bestrichen. Die Situation für uns unter dem Kreuzfeuer des Freundes uud des Gegners war jedoch so ernst, daß ich beschloß, mit meinem Bastard der Abteilung Deimling