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Die kriegerischen Ereignisse in den deutschen Kolonien im Jahre 1904 / von [Hermann] Kunz
Entstehung
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Infolge dieser vielen für die Deutschen glücklichen nnd fast verlustlosen Ge­fechte stellte sich schon am 4. Januar 1905 der Herervhänptling Friedrich von Omburo in der Station Omarurn und gab seine Gewehre ab. Seinem Bei­spiele folgten zahlreiche andere Hereros und gaben freiwillig in Omarurn ihre Gewehre ab, nachdem Hauptmann v. Fiedler bereits am 29. Dezember diese Station erreicht hatte.

Am 6. Januar 1906 griffen Hereros einen deutschen Viehposten bei Okakango, dicht bei Okahandja, an und trieben 184 Ochsen fort. Oberleutnant Strahler verfolgte die Räuber und nahm ihnen 15 irrn nördlich von Otjosasu 163 Ochsen wieder ab. Hierbei wurden 3 Hereros getötet oder verwundet, 1 Gewehr und 3 Pferde erbeutet.

Am 7. Januar zeigten sich abermals bei Okakango Hereros, wurden aber durch die auf 25 Mann verstärkte Schutzwache verjagt.

In OwinauaNana ergab sich der Häuptling der Hereros von Otjimbingue dem Major von Estorff. Nach der Aussage dieses Häuptlings haben nur wenige berittene Hereros unter Samuel Maherero Onjainja, 180 irrn nordöstlich von Epata, erreicht. Das Volk ist ganz zersprengt und will angeblich größtenteils aus dem Sandfelde in das Hereroland zurückkehren. Nur Wilhelm Maherero hält noch einen Rest gut bewaffneter Okahanda-Hereros zusammen, er hat in­zwischen in Ombakaha, 25 krn nordöstlich von Epukiro, seine Unterwerfung an­gezeigt.

Nach einer amtlichen Depesche des deutschen Generalkonsuls in Kapstadt vom 30. Januar 1905 sollen im ganzen rund 1800 Hereros einschließlich der Frauen und Kinder unter Samuel Maherero am Ngamisee aus englischem Gebiete Zu­flucht gesucht haben.

In der Zeit vom 16. August bis 31. Dezember 1904 hat die deutsche Schntztruppe im Kampfe gegen die Hereros 4 Mann tot, 3 Unteroffiziere, 7 Mann verwundet, 1 Unteroffizier, 9 Mann vermißt, verloren, während die Hereros in derselben Zeit allein an Toten mindestens 350 Mann eingebüßt haben. Seit den blutigen Tagen von Owikokorero und Okaharui haben sich mithin die Verhältnisse vollkommen umgewandelt, die Deutschen haben in den letzten Monaten verschwindend geringe, die Hereros unverhältnismäßig große Verluste erlitteu. Das beweist einmal den völligen Zusammenbrach der Wider­standskraft der Hereros, es läßt aber auch darauf schließen, daß mit der Zeit ein sehr bedenklicher Mangel an Schießbedarf bei den Hereros eingetreten sein muß, während sie in den ersten Monaten Überfluß an Munition hatten.

II. Kamerun.

Südlich von Fontem hinderten die Kongvas die Station an der Erschließung ihres Gebiets nach Süden hin, sie wurden binnen 6 Wochen durch eine Reihe von Patrouillengefechten zur Unterwerfung gebracht.

Im Daundebezirk hatte der am Njong ansässige Häuptling Videmungo Ende 1903 sich plündernd bis in die Nähe der Station Aannde gewagt, er wurde geschlagen und znm Frieden gezwungen.

Im Konzessionsgebiete der Gesellschaft Südkamernn mußte der stellvertretende Chef der Verwaltung am Sanga-Ngoko, Herr Prenß, in den Monaten Juli bis September 1903 eine Bestrafung der Ndsimu-Häuptlinge vornehmen, bei der es besonders am 31. August zu einem siegreichen, aber schweren Gefecht kam.

Schon im Februar 1904 mußte Oberleutnant Scheunemann, der mit 100 Mann Ablösung für die Polizeitruppe gerade zur rechten Zeit in dem Ge-