v. Dritte Periode.
Die Zeit der Vorbereitungen für den entscheidenden Schlag.
Mai, Juni, Juli 1904.
Mit der Ernennung des Generalleutnants v. Trotha zum Kommandeur der Schutztrnppe von Südwestafrika, die am 16. Mai 1904 erfolgte, trat ein Wendepunkt ein, der sich äußerlich durch das fast völlige Aufhören der Gefechte scharf markierte. Generalleutnant v. Trotha traf am 11. Juni in Swakopmnnd ein und ging alsbald daran, sich zunächst über die Verhältnisse gründlich zu unterrichten, dann aber den Hereros einen entscheidenden Schlag beizubringen.
Die Nordabteilung unter Oberleutnant v. Zülow marschierte am 9. Mai aus Karibib ab und erreichte über Omarurn, Outjo, Otatpi am 1. Juni Grootfvntein, ohne irgend welche ernste Berührung mit den Hereros.
Ganz ruhig blieb der Bezirk Gobabis. Hier war die Station Gobabis selbst ziemlich stark, Rietfontein und Epnkiro aber ziemlich schwach besetzt. Am 15. Mai traf Oberleutnant v. Winkler mit der neugebildeten 13. Kompagnie in Gobabis ein, marschierte dann weiter nach Epnkiro und stellte durch zahlreiche Streifen fest, daß der ganze Osten Vvm Feinde frei war.
An der Bahnlinie Swakopmnnd—Windhuk wurden die Stationen militärisch besetzt, das Eisenbahndetachement blieb mit etwa 200 Mann längs der Eisenbahn und beschäftigte außerdem zahlreiche Zivilarbeiter, meist Italiener.
Die bisherige Ostabteilnng lag in Otjihaenena in Quarantäne, Windhuk und Okahandja waren stark, Karibib und Swakopmnnd ausreichend besetzt; in Otjimbingne befanden sich hauptsächlich Ansiedler, 4 kleinere Stationen in der Umgegend von Windhuk wurden mit je 12 Mann unter einem Offizier oder Feldwebel besetzt.
Die neue Ostabteilung unter Major v. Estorff marschierte am 4. Mai von Otjosasn ab, sie erreichte am 10. Mai mit ihrem Gros das verlassene Lager von Onjatn. Wegen des schlechten Wassers lagerte übrigens Major v. Estorff bei Okarnkambe und nicht bei Onjatn. Am 19. Mai marschierte er kompagnieweise weiter nach Norden, über Engarnwau (Blatt Windhuk) nach Okamatangara (Blatt Otawi), wo er am 23. Mai eintraf. Gefechte hatten nicht stattgefunden, nur Oberleutnant Böttlin überfiel mit seinen Bastards am 21. Mai eine kleine Herero- werft, wobei 3 Hereros getötet oder verwundet, 60 Stück Vieh und 2 Gewehre erbeutet wurden.
Am 24. Mai hatte Major v. Estorff bei Otjomaso ein Gefecht mit Hereros. Der Busch war so dicht, daß die Artillerie hier nicht mitgenommen werden konnte. Die Hereros ließen 7 Tote liegen, 3 Gewehre, 115 Stück Kleinvieh wurden von den Deutschen erbeutet, die selbst 2 Mann tot verloren.
Mitte Juni marschierte die Ostabteilung weiter über Osombu-Karupuka am Chnob nach Otjahewita, nordöstlich von Waterberg, um ein Ausweichen der Hereros nach Nordosten zu verhindern. Die Abteilung von Estorff war mit ihrer Verpflegung usw. auf Grootfontein basiert.
Die Hauptabteilung begann ihren Vormarsch von Otjosasn stapelweise am 8. Juni und schloß bis zum 18. Juni bei Owikokorero auf. Die Etappenlinie Otjosasn—Onjatn wurde von der zweiten, die Etappenlinie Karibib—Outjo von der dritten Marinekompagnie besetzt. Demnächst setzte die Hauptabteilung ihren Vormarsch in nördlicher Richtung fort und stand mit der Abteilung Mueller um die Mitte des Juli bei Otjnrutjondjon am Omua-Matako (Blatt Otawi), die Abteilung umfaßte die Feldkompagnien 9., 10., 11./1, die Feldbatterien Nr. 5