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Die kriegerischen Ereignisse in den deutschen Kolonien im Jahre 1904 / von [Hermann] Kunz
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Mit diesem letzten, noch ziemlich scharfen Gefechte schließt die Periode der entscheidenden Kämpfe am Waterberg ab. Es mnß jedoch betont werden, daß zwar die große Masse des Hererovolks am Waterberge versammelt gewesen ist, daß aber kleinere Banden doch noch immer im weiten Lande zerstreut sich um- hertrieben und die Verbindungen unsicher machten. So verlor z. B. die Be­satzung von Karibib am 11. August in einem Scharmützel 2 Mann verwundet.

Der Gesamtverlust der Deutschen während der vierten Periode betrug tot: 6 Offiziere, 8 Unteroffiziere, 32 Mann

verwundet: 10 15 57

vermißt: 2

Zusammen: 16 Offiziere, 23 Unteroffiziere, 91 Mann.

I?. Fünfte Periode.

Die Verfolgung und völlige Zersprengung der Hereros.

Zunächst handelte es sich für die Deutschen darum, festzustellen, wohin denn eigentlich die Hauptrückzugsrichtung der Hereros führte. Hierzu mußten starke Aufklärungsabteilungen nach verschiedenen Richtungen entsandt werden.

Am 19. August erreichte Major v. Mühlenfels nur etwa 15 irrn südlich von Waterberg bei Bley Erindi-Endeka eine Hererobande und brachte ihr, ohne selbst einen Mann zu verlieren, erhebliche Verluste bei.

Oberleutnant v. Winkler brachte anderen Banden bei Otjekongo, 45 irrn südwestlich von Otjimbinde, Verluste bei und erbeutete zahlreiches Vieh.

Die Kompagnie 8./1 überraschte an: 28. August bei Okamuru, dicht bei Waterberg, eine Hererobande, tötete 16 Hereros und erbeutete 400 Stück Vieh, ohne selbst irgend welche Verluste zu erleiden.

Oberleutnant Volkmann meldete, daß der Bezirk OtawiminenGrootfontein, und der untere Omuramba vom Feinde frei sei.

Eine Kompagnie des Majors v. Estorff (2./1) und die Bastards singen am 31. August und 1. September in der Gegend von Okosondusn eine Anzahl von Hereros und erbeuteten 100 Stück Vieh. Hier und bei Otjompependa

wurden schon damals an den Wasserstellen viele hundert Stück totes Vieh ge­funden.

Die große Masse der Hereros war nach den Gefechten von Waterberg nach dem Eiseb-Veld gewichen, zwischen Okowindombo und Okosondnsa.

Ein Teil der Hereros griff am 3. September die Spitze des Oberleutnants Volkmann an, der sich mit der Kompagnie 3./1 von Okahitna her auf Okoson­dusn im Vormarsch befand. Oberleutnant Volkmann brachte den Hereros zwar großen Verlust bei, während er selbst nur 1 Mann vermißt einbüßte, er vermochte jedoch nicht zu verhindern, daß kleine Schwärme der Hereros in west­licher Richtung durchbrachen.

Unter dem Schutze dieses Vorstoßes zog die Hauptmacht der Hereros auf Epnkiro ab. Hierbei kam es mehrfach zu Gefechten. Am 5. September zer­sprengte Oberst Deimling bei Okowindombo starke Hererobanden ohne eigenen Verlust, während der Feind zahlreiche Tote und viel Vieh verlor. Major v. Estorff jagte andere Banden von Okosondusn her in die Flucht über Otjo- masoOtjimbinde. Am 9. September stieß Estorff bei OwinauaNana aus die abziehende Werft des Oberhänptlings Samuel Mahererv, nahm die Wasser­stelle nach kurzem Widerstände und brachte den Hereros einen Verlust von 50 Toten bei, während er selbst nur 1 Mann verwundet verlor.