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der Wagen, die Herstellung der Nnterkunftsränme für die Truppen, die Einrichtung von Proviantmagazinen, von Mnnitionsdepots, von Lazaretten, von Heliographenstationen usw.
Bis zum Eintreffen des Majors v. Glasenapp am 9. Februar war eine einheitliche Leitung der Operationen überhaupt nicht vorhanden, da ja Oberst Leutwein bei den Bondelzwarts verweilte und erst am 12. Februar in Swa- kopmund wieder eintraf. Mit dem am 6. Februar aus Deutschland abgegangenen Transport erschien Oberst Dürr, der im Range dem Gouverneur Leutwein gleichstand, endlich traf am 11. Juni Generalleutnant v. Trotha in Swakopmund ein. Erst jetzt trat volle Klarheit in den Befehlsverhältnissen ein.
Wie erschwerend der fortwährende Wechsel des Oberkommandos auf die Operationen der Deutschen eingewirkt hat, muß jedem Sachverständigen einleuchten.
6. Operationen der Deutschen im Februar, März und April M4.
Zweite Periode.
Als Major v. Glasenapp mit dem Marine-Expeditionskorps in Swakvp- mund am 9. Februar eintraf, fand er die Kriegslage ganz anders vor, als er erwartet hatte. Das Seebataillon war für Operationen längs der Eisenbahn und in der Nähe der größeren Stationen ausgerüstet worden, für größere Operationen fern von der Eisenbahn war es schon deshalb wenig brauchbar, weil es nicht beritten war.
Nun hatte der kühne Zug des Hauptmanns Franke mit der 2. Feld- kompaguie sowohl Windhuk wie Okahandja und Omaruru befreit, auch die ganze Bahnlinie Swakopmund—Windhuk war frei vom Feinde, die Ablösung der Schutztruppe unter Oberleutnant v. Winkler bereits in Windhuk eingetroffen, von wo sie auf Gobabis weitermarschieren sollte.
Unter diesen gänzlich veränderten Verhältnissen beabsichtigte Major v. Glasenapp, eine Kompagnie und die Landungsabteilung des „Habicht", verstärkt durch das Detachement der Eiseubahntruppen, nach der Gegend von Otjimbiugue zu senden, um hier mit den Hereros aufzuräumen. Er selbst wollte mit den 3 übrigen Kompagnien über Omaruru nach dem Norden eilen und hier die Hereros vertreiben, einen größeren Zug nach Osten aber erst antreten, wenn die Pferde aus Argentinien eingetroffen sein würden.
Die Eisenbahn leistete noch weniger, als man erwartet hatte, sie konnte täglich nur einen einzigen Zug ablassen, und wenn ausnahmsweise einmal zwei Züge an einem Tage in derselben Richtung abgelassen wurden, dann mußte der nächste Tag für den Transport ganz ausfallen.
So mußte denn schon auf der Fahrt nach Karibib das Marine-Expeditionskorps auf 3 Züge verteilt werden. Noch am 11. Februar trat Major v. Estorff mit der 3. Kompagnie des Seebataillons und 2 Maschinengeschützen von Karibib aus den Marsch auf Omaruru an. Am 12. Februar wollte Major v. Glasenapp mit 2 weiteren Kompagnien folgen, da trafen telegraphische Befehle des soeben in Swakopmund angelangten Obersten Leutwein ein, die den ganzen Plan über den Haufen warfen.
Nur Major v. Estorff durfte seinen Marsch fortsetzen, eine Kompagnie sollte dem Oberleutnant v. Winkler auf Gobabis folgen, 2 Kompagnien znr Verfügung des Obersten Leutwein verbleiben. Hierdurch wurde das Marine- Expeditionskorps in drei Teile auseinandergerisfen, die durch riesige Entfernungen getrennt waren.