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L. Deutscherseits bis Lude Iuni M4 nach Züdwestasrika gesandte Verstärkungen.
In Deutschland hatte safort nach dem Eintreffen der ersten Meldungen über den Ausbruch des Aufstandes der Reichskanzler die zur Niederwerfung des Aufstandes erforderlichen Maßregeln iu die Wege geleitet. Der Reichstag nahm am 19. Januar 1904 die einen Tag früher vom Reichskanzler eingebrachte Vorlage bezüglich Südwestafrikas einstimmig au.
Es handelte sich zunächst darum, so schnell als möglich Truppen nach Süd- westafrika zu schaffen, die sofort verwendbar waren. Hier machte sich nun das gänzliche Fehlen eines Kolonialheeres in höchst unangenehmer Weise fühlbar, die einzige Truppe, die überhaupt als sofort verwendbar in Frage kam, war die Marineinfanterie, die bekanntlich nur je ein Bataillon in Kiel und iu Wilhelms- haveu zählte.
Am 17. Januar 1904 mittags traf in Kiel und in Wilhelmshaven der Befehl zur Mobilmachung ein, und nun wurde bei den beiden Seebataillonen mit so großartigem Eifer gearbeitet, daß schon am 21. Januar nachmittags 3'/2 Uhr das kombinierte Seebataillon unter Major v. Glasenapp mit dein Dampfer Darmstadt Wilhelmshaven verlassen konnte.
Das Bataillon zählte 4 Kompagnien zu 125 Mann, 8 Maschinengeschütze, eine Sanitätskolonne und ein Proviantdepot, zusammen 24 Offiziere,
4 Sanitätsoffiziere,
8 Militärbeamte,
639 Mann.
Angeschlossen waren eine Abteilung der 1. Eisenbahnbrigade mit 2 Offizieren, 60 Mann und der Ersatz der Landungsabteilung des Kanonenboots „Habicht" mit 3 Offizieren, 1 Sanitätsoffizier, 69 Mann.
In Argentinien wurden 647 Pferde und 533 Maultiere angekauft,'in der Kapkolonie 1310 Pferde und 420 Maultiere.
Schon am 30. Januar folgte eine Verstärkung der Schutztruppe von 5 Offizieren, 3 Sanitätsoffizieren, 1 Beamten und 183 Mann unter Hauptmann Puder, und am 6. Februar unter Hauptmanu v. Bagensky eine weitere Verstärkung von 11 Offizieren, 3 Sanitätsoffizieren, 2 Beamten, 330 Mann, nebst 2 Offizieren und 60 Mann Eisenbahntrnppen.
In den Tagen vom 25. bis 30. März gingen aus Deutschland ab 24 Offiziere, 5 Sanitätsoffiziere, 4 Beamte, 650 Mann, 1150 Pferde und 12 Feldgeschütze nebst 12 Munitionswagen.
Im Lause des April folgten weitere 38 Offiziere, 6 Sanitätsoffiziere, 14 Militärbeamte, 709 Mann, 60 Pferde und 6 Maschinengewehre, die am 7., 16. und 30. April aus Deutschland abgesandt wurden.
Die bedeutendsten Verstärkungen gingen jedoch erst in der Zeit vom 20. Mai bis 17. Juni ab, sie umfaßten 102 Offiziere, 30 Sanitätsoffiziere, 35 Militärbeamte, 2115 Mann, 2120 Pferde und 12 Geschütze.
Im ganzen ginge» bis Mitte Juni 1904 nach Südwestafrika ab:
214 Offiziere,
52 Sanitätsoffiziere,
64 Militärbeamte,
5039 Mann,
5277 Pferde,
953 Maultiere,
41 Geschütze,
13 Maschinengewehre.