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Die kriegerischen Ereignisse in den deutschen Kolonien im Jahre 1904 / von [Hermann] Kunz
Entstehung
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I. Sjidmstasrikll.

Drr Aufstand der Herero 1904.

1. Einleitung.

Bald nach 1840 drängten die Hereros vom nördlichen Kaokofelde aus nach Süden und nun begannen die Kriege zwischen den Hereros und den Hottentotten. Zuerst wurden die Hereros unterjocht und zu Sklaven der Hottentotten gemacht, nach 1860 aber erhoben sich die Hereros und erlangten durch einen siebenjährigen Krieg ihre Freiheit wieder. Nun folgte eine Ruhezeit von 10 Jahren, dann brach der Krieg aufs neue aus.

Jetzt zeigte sich Hendrik Witboi als ein gefürchteter Kriegsmann. Zwar wurde er von den Hereros zweimal geschlagen, das hinderte ihn aber nicht daran, jahrelang die Hereros durch Ranbzüge zu brandschatzen. Unterdessen bekämpften sich die Hottentotten im Süden unseres jetzigen Schutzgebietes untereinander. In diese Kämpfe griff Hendrik Witboi ein und besiegte alle feindlich gesinnten Hottentottenstämme bis auf die Bondelzwarts. 1889 sollten die Bondelzwarts unterworfen werden,, indessen zwangen die Hereros den Häuptling Hendrik Witboi, sich abermals gegen sie zu wenden. Erst im November 1892 endete der Krieg zwischen den Witboi-Hottentotten und den Hereros.

Mitten in diese Kämpfe siel die Besitzergreifung des Landes durch die Deutschen. Der Bremer Kaufmann Luederitz machte 1883 bis 1885 bedeutende Landerwerbungen in Südwestafrika, die im Jahre 1884 unter den Schutz des deutschen Reiches gestellt wurden und am 3. April 1885 in den Besitz der deutschen Kolonialgesellschaft für Südwestafrika übergingen, worauf Dr. Goering als deutscher Reichskommissar nach Südwestafrika gesandt wurde.

Erst 1888 wurde eine kleine Schutztrnppe gebildet, die aus 2 Offizieren, 5 Unteroffizieren und 20 eingeborenen Soldaten bestand und natürlich nicht verhindern konnte, daß vr. Goering im September 1888 vor den Umtrieben des englischen Händlers Lewis aus dem Schutzgebiete flüchten mußte.

Darauf erfolgte 1889 endlich die Bildung einer kaiserlichen Schutztruppe von 21 Mann, die zwar 1890 auf 50 Mann verstärkt wurde, aber naturgemäß viel zu schwach war, um irgendwelchen ernsten Einfluß gewinnen zu können.

Der im November 1892 zwischen den Witbois und den Hereros geschlossene Friede richtete seine Spitze unverkennbar gegen die Deutschen. Im April 1893 wurden endlich 215 Mann Verstärkung der deutschen Schutztruppe nach Wind- huk gesandt, worauf der Krieg gegen Hendrik Witboi begann, der im September 1894 mit der Unterwerfung Witbois endete.

Hendrik Witboi verpflichtete sich zur Heeresfolge.

1896 brach ein Aufstand unter den Ovambandjern-Hereros aus, dem sich die Khauas-Hottentotten anschlössen. Die Lage erschien ernst, 43 deutsche Ansiedler