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Kolonialpolitischer Führer / hrsg. vom Kolonialpolitischen Aktionskomité
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Gehalt an Kupfer besitzen, aber die Rentabilität der Ausbeutung hängt durchaus von der Vervollkommnung der Kommunikationen ab. Im gegenwärtigen Zeitalter ist Kupfer wegen des Aufschwungs der Elektrizitätsindustrie und aus anderen Gründen ein sehr gesuchter Artikel. Wie man die Kohle den schwarzen Diamanten genannt hat, so können Kupferminen unter Umständen ebenso grosse volkswirt­schaftliche Bedeutung gewinnen, wie die -Juwelen von Kimberley. Ist erst eine Gewinn bringende Ausfuhr der Erze ermöglicht, so werden wahrscheinlich die Kupferminen die ersten Punkte in Deutschsüdwest­afrika sein, wo, auch abgesehen von den Garnisonplätzen, eine zahl­reichere europäische Einwohnerschaft zusammenströmen wird. Hierzu dürften viele eingeborene Arbeiter treten, und so der Anstoss zur Bildung von Zentren gegeben werden, welche belebend auf den Handel zu wirken und vor allem grössere Quantitäten von landwirtschaftlichen Produkten zu konsumieren vermögen. Neben den erwähnten Minera­lien gibt es offenbar noch manche andere, die bei genauer Durch­forschung des Landes, wie sie die Engländer in ihrem Anteil an Süd­afrika mit eiserner Tatkraft betreiben, eine Ausbeute möglich machen werden. So sind zwischen dem Kaokofeld und der Küste Anzeichen ausgedehnter Eisenerzlager entdeckt worden. Alles dieses wird für ewige Zeiten im Schoss der Erde begraben bleiben, wenn wir bei den ersten Fehlschlägen gleich ermatten, oder was wahrscheinlicher ist, die Briten werden auch Deutschsüdwestafrika noch erwerben, zu alledem, was sie in dieser bevorzugten Weltgegend schon haben und unter der wohlerwogenen Zustimmung aller politischen Parteien des Insellandes, auch der sozialistischen, ruhig aber zäh festhalten.

Ausdehnung des englischen Besitzes.

Erschliessung neuer Gebiete. Einwohnerzahl und Wohlstand. Verkehrsmittel.

Der Aufschwung der Kapkolonie uach dem Auffinden der Diamanten hängt aufs Engste zusammen mit der neu erwachten kolonialpolitischen Energie, welche die Engländer zur Okkupation des inneren Südafrika trieb. Jahrzehnte lang hatte die Zentralregierung in London sich geweigert, dem Ansinnen der Gouverneure der Kap­kolonie nachzukommen und die britischen Besitzungen bis an die Grenze der portugiesischen Dependenzen auszudehnen. Sie hatte sich darauf beschränkt, 1866 die Guano-Inseln und 1878 Walfischbai unter Protektorat zu stellen. Wiederholte Aufforderungen Deutschlands,