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Das portugiesische Kolonialreich der Gegenwart : mit 8 Bildertafeln, 2 Textkarten und e. Literaturverzeichnis / von Hans Meyer
Entstehung
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der Wohlgeneigtheit des künftigen Besitzers dieser angolensieehen Randländer abhängig bleiben. Davor möge uns nach den Erfah­rungen dieses Krieges die Weisheit unsrer Staatsmänner und unser gutes Glück bewahren.

6. Mo9ambique.

Der Kolonie Angola gegenüber, aber etwas südlicher, liegt auf dem südafrikanischen Kontinentalblock die zweitgrößte portugiesische Kolonie Mo9ambique. Mit 782,000 qkm Fläche ist Mc9ambique 1 / i größer als das Deutsche Reich, mit 3,15 Mill. Einwohnern hat es aber nur x / 22 der Bevölkerungszahl des Deutschen Reiches.

Ist Angola in der Hauptsache Hochlandmit vorliegender Küstenebene, so ist die Mc9ambiquekolonie zum größernTeilTiefland, das dem innernöstlichenHochland bis zur Küste des Indischen Ozeans vorgelagert ist. Die gesündern innern Hochländer, die früher von den Portugiesen beansprucht wurden (Matabeleland, Maschonaland), haben ihnen die Engländer durch den Grenzvertrag von 1891 weggenommen, und nur nördlich vom Sambesi gehört den Portugiesen noch ein Hochlandstück von ca. 1000 m Mittelhöhe bis an den Nyassasee, während ihnen in der Mitte und im Süden bloß ein schmaler Streif auf dem Hochlandsrand gegen Maschonaland und an der Transvaalgrenze von England ge­lassen werden ist. Dort liegen die höchsten Erhebungen des Landes mit 2000 und mehr Meter Höhe.

Bezüglich seines geologischen, tektonischen und morpho­logischen Baues kennen wir am besten das Konzessionsgebiet der Mc9ambique Co., zwischen Sambesi im Norden und Sabifluß im Süden, das durch eine von den englischen Geologen E. O. Thiele und R. C.Wilson geführte Expedition der Mc9ambique Co. 1913 wissenschaftlich unter­sucht und dargestellt worden ist (Geogr. Journal 1915, Bd. 45, S. 16 ff. und Bd. 46, S. 276 ff.). An einen Küstengürtel aus Korallenkalk schließt sich eine Zone tertiärer Sandsteine, die landeinwärts leicht ansteigt und plötzlich 300 m zu einer weiten und langen Alluvialebne abfällt, in der die Flüsse Urema, Pungwe, Busi etc. in Mäan­dern dahinfließen. (Vgl. dis nebenstehende Abbildung.) Die Unter­suchung erwies diese langgestreckte Niederungsebene als eine tektonische Grabensenke, die südliche Fortsetzung des Schire- Nyassagrabens. Im Westen erhebt sich über dieser Ebene in einer langen Steilstufe die nächste Zone als eine 300600 m hohe Rumpffläche der alten kristallinen Schiefer, deren Flüsse und Bäche durch das Einsinken des Vorlandes zu neuer Erosionstätigkeit verjüngt