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Das portugiesische Kolonialreich der Gegenwart : mit 8 Bildertafeln, 2 Textkarten und e. Literaturverzeichnis / von Hans Meyer
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Überschuß von ^Mill. muß aber die Regierung zur Deckung der De­fizits anderer, weniger begünstigter Kolonien, z. B. Angolas, verwenden.

Die Rentabilität der Kakaopflanzungen war bis zum Welt­krieg nach der örtlichen Lage, nach dem Alter und der Tragfähigkeit der Bäume etc. verschieden. Die bestgelegnen haben ihren Aktionären in den letzten Jahren 1215 % Dividende gezahlt, die weniger guten 56%. 1907 versuchte ein kapitalstarkes deutsches Syndikat große Plantagenankäufe auf Säo Thomö zu machen, 1912 desgleichen ein englisches Syndikat auf Säo Thome und Principe. Beide Versuche scheiterten an den übertriebenen Forderungen der portugiesischen Eigentümer. Hoffen wir, daß wir im Friedensschluß nicht bloß die Plantagen billiger bekommen, als damals gefordert wurde, sondern die beiden in strotzender Üppigkeit und blühender Kultur stehenden Inseln selbst.

Eine besondere verkehrsgeographische Bedeutung, wie den Kapverden und Azoren, kommt den im Innenwinkel des Guinea­golfs gelegnen Inseln nicht zu, aber starke politische Kraft können sie in der Hand einer Großmacht gewinnen durch ihre zugleich schützende und kontrollierende Randlage vor den Festlandsgebieten Nieder­guineas, und doppelt wertvoll für ein deutsches Mittelafrika als Vor­posten und als festes Glied einer das Mutterland mit dem Kolonialblock verbindenden Stationenkette.

5. Angola.

Weitaus die größte Kolonie Portugals ist das kontinentale Portu- giesisch-Westafrika, kurz Angola genannt, das mit 1,270,000 qkm Fläche die nächstgrößte portugiesische Kolonie Mc9ambique (760,000 qkm) um gut 2 / 5 übertrifft. Sie ist 2 1 / 3 mal so groß wie das Deutsche Reich, hat aber nur 4,2 Mill. Einwohner, also nur V 18 des Deutschen Reiches undnur 1 / 2 desum x / 4 kleineren Deutsche stafrika. VomKongo imNorden bis zum Kuneneim Süden hat Angola 1625 km Küstenlänge und reicht im Osten bis zu den östlichsten Quellflüssen des Sambesi in 25° ö. L. Im Norden und Nordosten hat es die belgische Kongokolonie zum Nach­bar, im Südosten das nördlicheRhodesien undimSüdenDeutsch-Südwest- afrika. Es ist in die 6 Distrikte Portugiesisch-Congo mit der Exklave Cabinda, Loanda,Lunda,Benguella (größter), Mossämedes und Huilla ge­teilt, deren jeder von einem Gouverneur verwaltet wird. Der ihnen über­geordnete Generalgouverneur von Angola residiert in Loanda. Ein Dekret von Mitte September 1917 hat Neuerungen in der Verwaltungs­einteilung angeordnet, die aus Anlaß der Eingebomen auf stände