Capitel II.
Unter den Amazonen von Dahome.
(Weida und seine Sümpfe. — Abschließungspolitik. — Eine Boa Con- strictor im Badezimmer. — Heute nur noch eine Stadt von 20 000 Einwohnern. — Die Ruinen der Sklavcnpaläste. — Das portugiesische Fort. — Das Schreckensreich Dahome. — Eine absolute Monarchie afrikanischen Stils. — Abwechselnd Kriegszüge und Festlichkeiten. — Die Abschlachtung der Sklaven. — Das Unheimliche der Reisen nach Abomc.
— König Gelelä und sein Thronfolger. — Ptolemäische Geschwistcr- Ehen. — Die Uniform der Kricgerinnen von Dahome. — Amazoncn- Tänze. — Der Gesang der jungen Frauen. — Der Handel von Dahome.
— Die drei großen Firmen. — Ein Wort an unsere Industriellen. -- Im Schlangentempel. — Anklänge an die altägyptische Religion. — Mahn und Leba stellen das gute und böse Princip dar. — Bachstelzen, Krokodile und Schlangen genießen göttliche Verehrung. — Meine Reise quer durch Dahome. — Gespenstersurcht meiner Leute. — Godome nnd
Abome-Callavi. — Die Seeräuber von Ketenu.)
HMHie aus den Ruinen unserer mittelalterlichen Burgen irgend ein gewaltiger Turm hervorragt, trotzig und unempfindlich die unsolidem Wohnstätten eines neu aufsprießenden Geschlechts überblickend, so lebt in Westafrica, unberührt von allen Strömungen der modernen Zeitgeschichte, ein Ueberbleibsel aus jener guten alten Zeit der Sklaverei nnd der Autorität, welche man heute als die Jahrhunderte der Barbarei und des Despotismus bezeichnet. Dieser der ringsumher sich breitmachenden Civilisation trotzende Wartturm uralter afrikanischer Barbarei ist Dahome — eine Ruine, wenn man es so nennen will, obwohl in seiner Regierung und Verwaltung neben aller Grausamkeit mehr Leben, Thatkraft und