Capitel I.
Die englische Goldküsten-Colonie.
(Englische Verwaltung, aber vorwiegend deutscher Haudel. — Der Zerfall des Aschanti-Ncichs. — Geringer Ertrag der Goldbergwerke. — Englische Colonialbeamte und ihre Gehälter. — Gesundheitsstationen in 1400 Fuß Höhe. — Accra und Christiansburg. — Wahre und wirkliche Gasthäuser. — Europäische Damen. — Die westafricanische Presse. — Hohe Verdienste der Baseler Missionsgesellschast. — Haudel und Zölle. — Adda am Volta- Fluß. — Die englisch-deutsche Grenzstadt Quitta. — Die Schwankungen der Lagune. — Englisches Fort, englische Verwaltung und doch bloß zwei englische Einwohner. — Deutsche Kaufmanushäuser. — Der Auglö-Stamm des Ewc-Volks. — Die Bremer Mission.)
Hl^as Gebiet der Gold küsten-Colo nie — der bedeutendsten eng- lischen Besitzung in Westafrica —> ist mehrere Jahrhunderte hindurch ein Zankapfel zwischen Franzosen, Portugiesen, Holländern und Brandenburgern gewesen, während die Engländer verhältnismäßig spät dort Fuß gefaßt haben. Erst 1750 wurde einer „African Company" Charter verliehen und 1821 sind die Besitzungen dieser Gesellschaft mit Cape Coast Castle als damaliger Hauptstadt in den Besitz der englischen Regierung übergegangen. 1850 erwarb England die dänischen und 1872 zum Entgelt für Zugeständnisse in Insel-Indien die holländischen Niederlassungen, deren Hauptort bis dahin das Fort Elmina gewesen war.
Es scheint, als ob England damals an dieses neue Colonial- reich große Hoffnungen geknüpft hätte, — Hoffnungen, die sich bisher, wie wir gleich an dieser Stelle bemerken wollen, in keiner Weise erfüllt haben. Denn erstens bietet die Goldküste das selt-
Zöllcr, Kamerun. I. Band. 1