Vorrede.
Anfang August 1884, als ich mich auf einer Erholungsreise befand, traf mich die telegraphische Anfrage, ob ich binnen ^ wenigen Tagen im Auftrag der Kölnischen Zeitung nach West- africa abreisen wolle, und zwar ebenso wie bei meinen frühern Reisen sowohl mit unbeschränkten Mitteln als mit unbeschränkter Freiheit des Handelns. Die Telegramme über die von dem Reichs- commissar Dr. Nachtigal vorgenommenen Flaggenhissungen waren erst soeben eingetroffen und um des Ruhmes willen, der erste Erforscher von Deutsch-Africa zu sein, zögerte ich keinen Augenblick, im Dienste nicht bloß der Kölnischen Zeitung, sondern, wie ich die Sache auffaßte, im Dienste des Vaterlandes Leben und Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
An Ort und Stelle angelangt, habe ich ungefähr ein Jahr lang unter Strapazen, wie kein Kaufmann und kein Mariue-Officier sie sich zuzumuten braucht, allen Unbilden eines nichts weniger als freundlichen Klimas getrotzt, hauptsächlich bemüht, das noch gänzlich unerforschte und an vielen Puncten noch niemals vorher von weißen Männern betretene Binnenland von Togo und Kamerun der Kenntnis meiner Landsleute zu erschließen. Bald überreichlich mit Lebensmitteln versehen, bald hungernd und durstend, bald vor Hitze fast vergehend, bald vor Kälte zitternd, bald in den weichen Betten der Factoreien, bald, das Gewehr im Arm, unter dem Laubdach feuchtigkeittriefender Urwälder oder auf dem Fußboden elender Negerhütten schlafend, so habe ich, allen Genüssen Europas entsagend, Tage um Tage, Wochen um Wochen, Monate um Monate dahingehen sehen. Während eines siebenwöcheutlichen Zusammenlebens und Zusammenwirkens mit dem unvergeßlichen Dr. Nachtigal habe ich, zu einer politischen Rolle kleinern Stils berufen, mit der unzuverlässigen, niemals auf mehr als 25 Köpfe sich belaufenden Schar der von mir angeworbenen Leute unter