XI.
Das Ende der französischen Herrschaft. — Die Verschwörung Pontiacs. — Die Revolution in New Orleans. 1763-1769.
Der Ersatz, den Frankreich dem Könige von Spanien für seine Verluste durch die Abtretung von Westlouisiana bot, war sehr fragwürdiger Natur, und die Spanier wußten dies. Zwar nahm Karl III. zehn Tage nach dem Präliminarfrieden von Fontainebleau die Schenkung an, aber „sous sceau prive" und nur, um zu verhindern, daß eine andere Macht, d. h. England sich dort festsetze. Zudem waren Spaniens Finanzen erschöpft, und so erklärte es denn, daß es nicht imstande sei, die neue Provinz sofort zu übernehmen; deshalb blieb der Vertrag ohne eine Bestimmung über den Zeitpunkt der Abtretung, und wurde vorläufig geheim gehalten l ). Auch fuhren die Franzosen, die immer fürchteten, Spanien möchte sich vielleicht doch noch eines Besseren besinnen und auf das Danaergeschenk verzichten, fort die Herrschergewalt in Westlouisiana auszuüben.
Sie ernannten Abbadie, der, wie wir sahen, schon 1761 zum Ordonnateur befördert, aber auf der Ausfahrt von den Engländern gefangen genommen worden war, zum Nachfolger
1) Ein für Kerleree bestimmter Brief vom Januar 1762, in dem die Abtretung an Spanien gemeldet wurde, blieb deshalb unerledigt. Auch vor Abbadie, der erst im Frühjahr 1763 nach Louisiana ging, verheimlichte man den Vertrag. Villiers du Terrage S. 156f. Abbadie, der 1726 geboren war und seit 1757 in Kanada gedient hatte, landete am 23. Juni 1763 in Balise. Kerlerec reiste erst am 17. Nov. 1763 ab.