VI.
Louisiana unter der Compagnie des Indes bis zu deren Reorganisation. 1717—1723.
Von den Motiven, als deren "Wirkung wir die Gründung und Entwickelung Louisianas aufzufassen haben, hatte bisher das handelspolitische im Vordergrunde gestanden. Hatte auch die Eivalität mit den Engländern zur Festsetzung an der Golf- küste geführt, so hatte doch der Kampf mit diesen in erster Linie den Vorrang im Handel mit den spanischen Kolonien zum Gegenstande gehabt. Der Staat hatte die Lösung dieser Aufgabe, die zuletzt auf eine Machtfrage hinauslief, übernommen; er war siegreich geblieben in der Behauptung Louisianas, hatte England aber die wichtigsten Privilegien im Verkehr mit dem spanischen Amerika überlassen müssen — ein Beweis, daß diese und nicht der Besitz des Mississippitales das Hauptobjekt des Streites gewesen waren. Auch der Zeit, da Louisiana unter Crozat stand, hatte die handelspolitische Frage ihr Gepräge gegeben. In der nun folgenden Periode aber tritt sie hinter einer anderen Tendenz zurück, die allerdings auch von Anfang an wirksam gewesen war, jetzt aber in den Mittelpunkt des Interesses rückte. Sie war ihrer Natur nach finanzpolitisch oder besser fiskalisch und äußerte sich in dem Bestreben, mit Hilfe der Kolonie im Mississippitale die arg zerrütteten Staatsfinanzen aufzubessern.
Dies war die Hauptaufgabe der Handelskompagnie, deren Charte am 6. September 1717 in die Begister des Pariser Parlaments eingetragen wurde. Sie führte zunächst den Namen