Vorwort.
Die hundertjährige Wiederkehr des Tages, an dem auch die westliche Hälfte des Mississippitales an die Vereinigten Staaten von Nordamerika fiel, und die zu seiner Erinnerung veranstaltete große Weltausstellung in St. Louis haben die allgemeine Aufmerksamkeit auf das alte französische Louisiana gelenkt, auf jene weite Landschaft, die sich zwischen den Alleghanies und den Eocky Mountains erstreckt und von dem Stromgebiete des Mississippi eingenommen wird. Was sie aus diesem Lande im Laufe eines Jahrhunderts zu machen wußten, wollten die Amerikaner der Welt auf ihrer Ausstellung zeigen, und sie dürfen mit berechtigtem Stolze auf ihre Leistungen hinweisen. Man wird diese aber nur ganz verstehen und richtig bewerten, wenn man die Entwicklung des Mississippitales vor seiner Erwerbung durch die Union genauer kennt. Diese Kenntnis zu vermitteln und so einen Baustein für die Geschichte jenes für die Kolonial- und Weltwirtschaft so wichtigen Gebietes zu liefern, soll die Aufgabe der folgenden Darstellung sein — wenigstens für die Jahrzehnte, da das Mississippital unter französischer Herrschaft stand.
Zu ihrer Lösung scheinen allerdings die Amerikaner und Franzosen — diese als die Entdecker und ersten Kolonisten, jene als die jetzigen Herren des Mississippitales — berufener zu sein als ein Deutscher, dessen Volk mit der Entwicklung jenes Landes wenig zu tun hat. In Amerika sind denn auch zahlreiche Arbeiten über diesen Gegenstand erschienen. Leider aber war es dem Verfasser nur vergönnt, einen Teil von ihnen