II.
Die Entdeckung des Mississippi durch die Spanier und deren Unternehmungen in Florida. 1519—1675.
Der Ruhm, den Mississippi entdeckt zu haben und als die ersten in sein Tal eingedrungen zu sein, verbleibt den Spaniern, den Franzosen aber fällt das Verdienst der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Erschließung des Mississippigebietes zu, an der sich auch die Engländer, obgleich nur in geringem Maße, beteiligt haben. Den Amerikanern endlich ward die lohnendste Aufgabe, die seiner Besiedlung und kulturellen Besitznahme.
1518 oder 1519, wenige Jahre nachdem Juan Ponce de Leon auf der Suche nach dem Wunderlande Bimini mit seinem Jugendbrunnen als der erste von Süden her den Fuß auf nordamerikanischen Boden gesetzt hatte und ein resp. zwei Jahre nachdem Francisco Hermandez de Cordova von der Entdeckung Yucatans heimkehrend diese Gegenden besucht hatte, befuhr der Pilot Alonzo de Pineda im Auftrage Fran- ciscos de Garay, des Kommandanten von Jamaica, die Nordküste des Golfes von Mexiko und soll hierbei die Mississippimündung entdeckt haben. Indes neigen neuere Forscher zu der Ansicht, daß der von ihm in seine Karte eingetragene Eio del Espiritu Santo der Mobilefluß sei, dessen Mündung viel leichter zu finden ist und eher als die des Mississippi auf einen größeren Strom schließen läßt. 1 ) Doch haben die Spanier
1) Hamilton S. 10. Die Mississippimimdung ist sehr schwer aufzufinden und verrät keineswegs den großen Fluß. La Salle hat sie später verfehlt, und Iberville brauchte längere Zeit, ehe er sich überzeugte, sie gefunden zu haben. Über die spanischen Unternehmungen vgl. auch Mo-