VIII.
Louisiana als Kronkolonie unter Bienvilles Verwaltung. 1733—1743.
Für die Krone kam der Eücktritt der Compagnie des Indes nicht gelegen. Die erneute Übernahme Louisianas bedeutete eine große Vermehrung ihrer Ausgaben und kolonialen Sorgen, und mit beiden war sie bereits reichlich bedacht. Nur schweren Herzens trat sie daher an die neue Aufgabe heran, und gern hätte sie sich ihr entzogen, wenn es mit Anstand und ohne politische Verluste möglich gewesen wäre.
Louisiana hatte nach den verschiedenen mißglückten Versuchen, es handels- oder finanzpolitisch zu exploitieren, keinen wirtschaftlichen Wert mehr für sie, und es waren rein politische Gründe, die sie veranlaßten, den Besitzstand im Mississippitale aufrecht zu erhalten. Der Wunsch, die Engländer auf die atlantischen Küstengebiete zu beschränken und auch von Westen her zu umklammern, sowie eine von diesen unabhängige Verbindung zwischen Neufrankreich und den eigenen Besitzungen in Westindien zu behaupten, war hierbei entscheidend.
Der Gegensatz zu Spanien, der ja schon in dem letzten Jahrzehnte zurückgetreten war, verlor jetzt alle Bedeutung. Die Annäherung zwischen beiden Mächten wurde mit der Zeit immer größer, und in dem 1733 ausbrechenden polnischen Erbfolgekriege traten beide als Verbündete auf. Zwar griff dieser Kampf nicht auf die neue Welt herüber; aber auch ohne offenen Kriegszustand tobte an den Grenzen Neuenglands